Greim

Unsere gestrige Prebertour fand am Abend beim Schallerwirt, mit echter steirischer Volksmusik, einen unvergesslichen Abschluss. Der Hausherr musizierte mit Simone Prein und ihrem Mann Kurt Prein. Es wurden so seltene Instrumente wie eine Okarina (Gefäßflöte) oder eine Schwegel (Urform der Querflöte) gespielt. Gesungen und gejodelt wurde auch. Der Schallerwirt bietet über Weltweitreisen auch prämierte Jodelkurse an. Eine unverhoffte Bereicherung unseres Krakauaufenthaltes .

Vor unserer Heimreise statten wir noch dem höchsten Berg der Wölzer Tauern, dem vielgerühmten Greim (2474 m), mit seiner legendären Greimrinne, einen Besuch ab. Wiederum haben wir die besten Rahmenbedingungen: Sonnenschein und beste Laune.

Gestern fand ich keine Zeit, ein Foto dieser Lärchenholz-Appartments zu machen. Ideal für vier Personen – mit Fußbodenheizung und Infrarotkabine.

Wir fahren nach St. Peter am Kammersberg und weiter bis zur Greimhütte auf 1649 m. An diesem Sonntag hat die Greimhütte überraschend für uns, geschlossen. Aber dies stellt kein Problem dar, da wir ja ausreichend gefrühstückt haben und jetzt eigentlich voller Tatendrang sind.

Es zeichnet sich ein windiger Tag ab und Bedingungen wie gestern am Preber wird es nicht geben.

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Wir planen im Aufstieg den Sandkogel mitzunehmen. Hier links im Bild gerade noch zu sehen.

Immer wieder sieht man Schneefahnen am Gipfelgrat aufsteigen. Dort wird schon die eine oder andere Böe versuchen, uns zu verblasen.

Wir steigen rechts der Greimrinne auf und queren danach im oberen Drittel der Rinne, um zum Sandkogel aufzusteigen. Laut Liselotte Buchenauer wurde die Greimrinne auch „Woazgwah“ zu deutsch etwa Weizenwächte genannt, weil sich der Schnee in ihr noch hält, wenn unten im Tal schon der Weizen reift.

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In den Tourenberichten ist immer von einer großen Anzahl von Skibergsteigern die Rede. An diesem Tag hält sich der Andrang aber in Grenzen.

Auf diesem Foto lassen sich die Windverhältnisse schon erahnen. Aber wenn man das Gesicht mönchisch unten hält, kann man es ohne Gesichtsmaske aushalten.

Aber so wie schon am gestrigen Tag, findet sich keine Wolke am Himmel.

Unspektakulär: Die letzten Meter vor dem Sandkogel.

Gipfelfoto Sandkogel (2214 m) Fehlanzeige, aber ein Foto vom Sandkogel zum Greim gibt es. Jetzt haben die Windgeschwindigkeiten dermaßen zugenommen, dass wir entscheiden, die Harscheisen zu montieren. Dabei holt ein Windstoß den Rucksack von Reinhard und bläst ihn zig Meter, den Inhalt verstreuend, hangabwärts. Dank der guten Reflexe von Reinhard und unseres schnellen gemeinsamen Aufsammeln und Sichern des verstreuten Inhaltes, können wir bis auf einen Handschuh alles retten.

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Hier lehnt sich Reinhard im Aufstieg gegen den Wind. Ohne Harscheisen und festem Tritt würde uns der Wind wirklich umblasen.

Die letzten Meter vor dem Gipfelkreuz – zwei ebenfalls widerständige Tourengeher machen sich gerade zur Abfahrt bereit.

Jetzt werden wir für unsere Mühen sehr großzügig entschädigt.

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Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Greim (2471 m).

Mit einer detaillierten Gipfelrundschau halten wir uns nicht auf. Ein paar Fotos schießen, Felle abziehen, Bindung fixieren, Schuhe in Abfahrtsstellung – und runter mit uns.

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Hier der Blick zum Sandkogel, der windbedingt, von uns etwas stiefmütterlich behandelt wurde.

Dies ist die erste Wolke in diesen zwei Tagen, der wir ansichtig werden. Darum braucht es auch ein Foto.

Für diverse Gesichtserkennunssoftware: So sieht ein Vorfreude-Gesicht aus!

Erst wenn auch ein Mensch am Bild festgehalten wird, sieht man die Größe und Weitläufigkeit dieses Berges.

Die Schneeverhältnisse in der Greimrinne sind nicht so prächtig. Ich verlasse die Rinne westlich und finde meinen Weg etwas umständlich zur Greimhütte.

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Auch Reinhard hat seine eigene Linienführung. Ich bin der Meinung, meine ist um einiges eleganter ausgefallen. So absteigen musste ich zu keinem Zeitpunkt. Meine Schi danken es mir. Reinhard meint: „Wären’s halt keine Tourenschi geworden!“

Im Anstieg ca. 825 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 7 km.

(Dieser Tourverlauf habe ich nachträglich eingezeichnet, es handelt sich um keinen aufgezeichneten Track!)

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Buchenauer(1975): Verliebt in die Heimat, Leykam Verlag, Graz.

Frischenschlager et. al. (1994): Oberes Murtal Von Predlitz bis Bruck Wanderführer,
Leopold Stocker Verlag, Graz.

Schall et. al. (2008): Schitouren-Atlas Österreich Ost, Schall Verlag, Alland.

Sodamin (2008): Schitouren Obersteiermark, Verlag Styria,Graz.

Zeller (2010): BergErleben Bd. 3, Wölzer Tauern, Rottenmanner Tauern, Schladminger Tauern, Verlag Gertraud Reisinger, Spielberg.

 


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.