Kalkspitzen im Urgestein und Giglachseen

Von der Ursprungalm  (1604 m) zu den Giglachseen (1921 m), zur Steirischen Kalkspitze (2459 m) und zur Lungauer Kalkspitze (2471 m).

Eine vorzügliche Wetterprognose für die nächsten vier Tage hat uns kurzfristig nach Schladming bzw. in die Ramsau verschlagen. Der Westen der Schladminger Tauern, dort wo die höchsten Gipfel der Niederen Tauern stehen, war schon immer ein Sehnsuchtsgebiet von mir. Auch wenn wir es in diesen Tagen etwas geruhsamer angehen wollen, wird sich das eine oder andere Tauernglück schon ausgehen.

Die Ursprungalm auf 1604 m mit der Steirischen Kalkspitze (2459 m) und den Giglachseen (1921 m) ist schon so ein Tauernglück. Über die lange Mautstraße im Preuneggtal an der Moarhofalm vorbei, dem Postbus ausweichend, fahren wir zur Ursprungalm. Am Parkplatz der Ursprungalm bietet der Blick nach Norden den Dachstein und im Süden die Nordwand der Steirischen Kalkspitze.

Die Ursprungalm, mit der Kalkspitze und ihren Höhlen.

Der breite Weg von der Ursprungalm zu den Giglachseen gehört sicher zu den meistbegangenen Wegen in den Schladminger Tauern.

Trotz des forststraßenähnlichen Zustieges zu den Giglachseen, bieten die Abbrüche des Kamps und der Steirischen Kalkspitze abwechslungsreiche Begleitung.

Im Hintergrund versteckt sich der Schober (2133 m) noch in Wolken. Das Rippeteck (2126 m) erkennt man schon ganz. Die Gasselhöhe sieht man von hier nicht. Auf diesem Kamm, über die Reiteralm erreichbar, befindet sich der Spiegelsee.

Mit Flechten und Moosen bewachsene, riesige Steinblöcke säumen den Aufstiegsweg.

Eine große Herde Hochlandrinder befindet sich im oberen Zustiegsbereich. Tage nach dieser Wanderung wurden lt. Kleiner Zeitung „unschuldige“ Wanderer von den Rindern angegriffen. Ich kann es mir nicht vorstellen – diese Rinder sind die Besuchermassen gewohnt und rühren kein „Ohrwaschl“, wenn man nah an ihnen vorbeigeht. Ich weiß nicht was man unternehmen muss, um diese Rinder angriffslustig zu machen.

Schnon knapp vor dem Preuneggsattel (1930 m) diese herrliche Blicke auf die Steirische Kalkspitze und

das Weidevieh in den verblühenden Almrauschwiesen, selbst

Teile des ursprünglichen Wegverlaufes sind noch erkennbar.

Am Znachsattel wird man mit Werbeversprechen begrüßt: Durstlöscher, warme und kalte Speisen sogar Warmwasser gibt es.

Wir entscheiden uns für den Durstlöscher, zum einen um unsere eigenen Vorräte zu schonen und zum anderen, um den Hüttenwirten unseren Obolus zu entrichten.

Blick zum Gipfelziel aus dem Znachsattel (2059 m).

Hier berührt der Salzburger Arnoweg (Rundwanderweg) die Steiermark.

In unschwierigem Gelände geht’s hoch zur Ahkarscharte.

In so vielen Büchern, Fremdenverkehrsprospekten usw., gibt es diesen Blick auf die Giglachseen, wenn man aber dann „live“ schauen kann, den Blick schweifen lässt, ist es doch ganz anders….

Hier geht es runter in das Weißpriachtal. Die Abzweigung, in der es im Aufstieg links über die Granglerhütte zum Oberhüttensattel bzw. Oberhüttensee geht, kann man nicht einsehen.

Immer mehr zeigt die Kalkspitze ihr wahres „Kalkgesicht“.

Grosse Dolinen, die ich so in den Niederen Tauern noch nicht gesehen habe.

Die Kampspitze (2390 m) mit Zeymerturm (2380 m). Die Kampspitze ist unschwierig (im Blockgrat kurze I er-Stelle)  über den Nordgrad begehbar.

In der Ahkarscharte auf 2315 m mit der Blickrichtung zur Steirischen Kalkspitze. Meine Frau wird durch sitzende Bergsteiger, welche die ausgesetzten Stellen nicht gehen wollen und auf ihre Bergkameraden warten, verunsichert. Da ich aber die bergsteigerischen Grenzen meiner Frau kenne, kann ich sie vom Weitergehen überzeugen.

In der Scharte Blick zur höheren, aber leichteren Lungauer Kalkspitze (2471 m). Am Grat im linken Bildteil kann man das Gipfelkreuz erkennen.

Im Anstieg auf die Steirische Kalkspitze: eine dieser ungesicherten Stellen.

Ein leichte, wenn überhaupt, „Einser Stelle“. Man findet ausreichend Griffe und Tritte vor, vielleicht verunsichert lediglich das Nichtvorhandensein von Stahlseilen und Stahlstiften.

Es wird am Grat auch immer kälter.

Blick zum Aufstiegsweg und zum Weiterweg auf die Lungauer Kalkspitze.

Obligatorisch und unverzichtbar: Das Gipfelfoto!

Der Hochgolling, das Kasereck und viele andere…..

Faszinierend ist, dass der Gipfelaufbau der Kalkspitze eine „Kristalline Haube“ hat. Im  Gipfelbereich dominieren die klassischen, großen Steinblöcke den Gipfelaufbau. Hier gibt es, an den Blöcken vorbei, einen Tiefblick zur Ursprungalm samt Parkplatz.

Giglachseen und Gipfel, die ich nicht mit Sicherheit benennen kann – darum unterlasse ich das.

Das wäre jetzt eine andere Abstiegsvariante: Über den Westgrat auf das Meregg (2235 m westlichster Gipfel auf steirischer Seite im Tauern-Hauptkamm), das Brotrinnl (2088 m) zurück zur Ursprungalm.

Hier sieht man den Aufstiegsweg vom Oberhüttensee (1866 m) zur Ahkarscharte. Ob hier alles natürlich entstandene Dolinen sind oder ob der Bergbau aus vergangenen Jahrhunderten auch seine Spuren hinterlassen hat, kann ich nicht sagen.

Die Lungauer Kalkspitze (2471 m) wollte ich mir nicht entgehen lassen. Darum obligatorisch und unverzichtbar: Das Gipfelfoto.

Blick vom Gipfel ins Salzburgerische – Abrahamalm usw.

Hier sieht man den kompletten Anstiegsweg zur Steirischen Kalkspitze. Am frühen Nachmittag übernehmen zunehmend Wolken und Schafe das Geschehen.

Kein gutes Foto –  im Abstieg entstanden. Rückblick zur Lungauer Kalkspitze – dort wo das Gipfelkreuz sichtbar wird, ist wirklich die höchste Erhebung. Aber aus diesem Blickwinkel sieht es ganz anders aus.

Wie heißt es so richtig – man trifft sich zweimal im Leben, darum nochmaliger Besuch der Giglachseehütte. Der Rundweg um die Seen, ein Besuch der Ignaz-Mattis-Hütte, die Besteigung der Kampspitze und noch anderes, würde mir hier einfallen – ist uns einen eigenen Besuch wert.

Wasser, Granit und Gneisse – und jeder Bach glänzt und ist voll von wertvollsten Mineralien und Gesteinen.

Ein wunderbarer, gelungener Bergwandertag geht seinem Ende zu.

Auf der Ursprungalm noch gespeist, jungen Katzen beim Spielen zugesehen, in Erfahrung gebracht, dass hier auch genächtigt werden kann. Es gibt sogar Zweibettzimmer mit Dusche.

Im Anstieg ca. 1000 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 13,5 km.

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Auferbauer (2000): Bergtourenparadies Steiermark: Alle 2000er vom Dachstein bis zur Koralpe, Verlag Styria, Graz.

Auferbauer (1985): Erlebnis Steiermark: Wandern, Bergsteigen, Schifahren, Verlag Stocker, Graz-Stuttgart.

Buchenauer (1976): Bergwandern in der Steiermark, Tyrolia Verlag,
Innsbruck.

Buchenauer (1987): Höhenwege in den Niederen Tauern, Verlag Bruckmann, München.

Buchenauer(1975): Verliebt in die Heimat, Leykam Verlag, Graz.

Hödl (2006): Bergerlebnis Schladminger Tauern, Steirische Verlagsgesellschaft, Graz.

Holl (2005): Niedere Tauern, AV-Führer, Bergverlag Rother, München.

Mokrejs/Ostermayer (2009): Bergwander-Atlas Steiermark, Schall Verlag, Alland.

Pürcher (2000): Erlebnis Ennstal, Schladminger Tauern, die schönsten Wanderungen und Bergtouren, Verlag Styria, Graz.

Raffalt (2008): Steirische Almen 88 genussvolle Alm- u. Hüttenwanderungen, Verlag Styria, Graz.


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.