Kremsmauer im November

Von vielen Gipfeln in den OÖ Voralpen bzw. des Toten Gebirges ist der langezogene Grat der Kremsmauer sehr gut zu sehen. So war es für mich und Reinhard nur eine Frage der Zeit, bis wir zu einer Besteigung aufbrechen. Weil noch immer kein Schnee gefallen ist, können wir den Aufstieg über die schattige Nordseite, vom Kremsursprung aus, an diesem 14. November machen.

Kalt und abweisen schlängelt sich ein gut markierter Steig in die Höhe. Sehnsuchtsvoll fotografiere ich den bereits in der Sonne liegenden Gipfel: Pfannstein (1223 m), Herrentisch (1333 m) und Rauher Kalbling (1381 m)

Umso höher wir steigen desto abweisender wird das Gelände. Stellenweise richtig ausgesetzt. Ohne Sicherungen wäre der Zustieg für Wanderer wir wir es sind, nicht machbar.

Aber so macht es richtig Spaß, und wir freuen uns schon auf das Törl, da wir hier durch den Berg auf die sonnige Südseite wechseln werden. Kurz vor dem Törl wird es noch einmal gehörig steil.

Solche Felsfenster haben ihren Reiz. Man findet sie nicht allzuhäufig, und selten kann man sie wie heute, sogar durchschreiten.

Der nördliche Zustieg wird offensichtlich als Klettersteig gesehen, und darum gibt es auch ein Steigbuch.

An der Südseite geht es ein kurzes Stück steil bergab und danach ca. 200 m unterhalb des zerfurchten Gipfelaufbaues entlang.

Kremsmauer_009 (CC)

Schon bald queren wir den Aufstiegsweg aus Steyerling kommend, und nach der Überwindung zweier Steilstufen im schrofigen Gelände, ist das Gipfelkreuz in Sichtweite. Die Querung in der Südseite ist nicht schwierig. Da ist der obere Teil des Nordanstieges zum Törl wesentlich „happiger“.

Noch schwieriger wird der Weiterweg am Grat. Der höchste Punkt der Kremsmauer ist der Westgipfel mit 1604 m. Das Gipfelkreuz befindet sich am Ostgipfel mit 1599 m auch Pyramide genannt. Der Name stammt von einem ehemaligen trigonometrischen Vermessungszeichen. ( Heitzmann, Harant (1996): OÖ-Voralpen. OeAV-Führer, Ennsthaler Verlag, Steyr.)

Wir halten uns beim Gipfelkreuz nicht auf und gehen am zerklüfteten ungesicherten Grat weiter.

Links und rechts pfeift es ganz schön in die Tiefe. Der Grat ist mit ein wenig Erfahrung machbar aber etwas „moralisch“.

Bei diesem Anblick kann ich es fast nicht glauben, dass es sich um eine Novemberbergtour handelt.

Auf eine komplette Überschreitung verzichten wir. So schaut der Gratverlauf für Überschreiter aus.

Wir gehen zurück und haben, der Ausgesetztheit des Geländes geschuldet, den Genuss unseres Gipfelbieres auf den Ostgipfel verschoben.

Vom Spering bis zurm Hohen Nock geht der Blick über den Jausenkogel hinweg.

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Kremsmauer West (1604 m)

Die Gradnalm mit dem Pfannstein. Wenn die Novembertage nicht so kurz ausfallen würden, hätten wir diesen Anstieg, eventuell mit Herrentisch gewählt.

Jetzt geht es rasch zurück da wir trotz des kurzen Tages noch ausgiebig dem Gipfelsitzen frönen wollen.

Kremsmauer_022 (CC)

Warum dieses Foto so in die Schräglage gerutscht ist kann ich nicht beantworten. Gefällt mir aber.

Da ich kein besseres Gipfelfoto geschossen habe muß dieses Foto in der Rubrik Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Kremsmauer Ostgipfel (1599 m), herhalten.

Der mächtige Traunstein dominiert den Blick nach Westen.

Kirchdorf a. d. Krems

Der Gratverlauf „hinter“ dem Pfannstein mit Hollersberg (1279 m) und ganz sicher bin ich mir nicht, dem Mittagstein (1260 m).

Der allerbeste Rastplatz unter dem Gipfelkreuz wird von Reinhard gesucht…

…und gefunden. Folgende Anforderungen an einen solchen Rastplatz werden von uns gestellt: Der Sonne zugewandt, man muss liegen können und der Untergrund hat weich zu sein – siehe Fotos! Gipfelrast mitte November…

…kurzärmelig und rotkopfert.

Kremsmauer_033

Am Rückweg versuchen wir den Abstieg vom Grat vorm Törl zu finden. Unglaublich hier führt der Weg hinab bzw. hinauf. Das Tageslicht verliert sich jetzt sehr schnell und wir kommen erst bei Dunkelheit zu unserem Auto.

Diese Wanderung, ausgehend vom Kremsursprung, ist durch die geforderte Aufstiegsleistung und ihre Kletterstellen nicht zu unterschätzen. Der Zustieg aus der Südsteite soll einfacher sein und steht auch noch auf meiner Tourenwunschliste.

Im Anstieg ca. 1340 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 8,3 km.

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Hauleitner (2010): Salzkammergut Ost, Dachstein, Traunstein, Totes Gebirge. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.

Heitzmann, Harant (1996): OÖ-Voralpen. OeAV-Führer, Ennsthaler Verlag, Steyr.

Lenzenweger (2009): Eisenwurzen, Nationalpark Kalkalpen. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.

Radinger (2009): Wandererlebnis Kalkalpen mit Haller Mauern. Residenz Verlag, St. Pölten.

 


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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