Meine Geiselnahme am Fuße des Vöttlecks (1888 m)…

…und wie ich mich und meinen felswandgrauen Vauwe ohne Lösegeldzahlung selbstpersönlich freiverhandeln konnte.

Diese Unternehmung ist eine Empfehlung für Herbsttage und weil sie sich jährt, erzähle ich heute davon. Dieser nur nach seinem Namen und seiner geringen Höhe unscheinbare Gipfel ist ein Aussichtsmonster, und seine milden Grate trösten jedes verstädterte oder gar bildschirmzerdepschte Wandererauge. Die Tourenführung halte ich ähnlich wie bereits Leopold: Vom Vöttleck zum Triebenfeldkogel.

Mein folgenreiches Parken findet nach zirka achthundert Forststraßenmetern auf einem Holzlagerplatz in der Größe eines Fußballfeldes statt. Im Weg stehe ich hier niemanden. Ich parke dermaßen randständig, dass sogar noch ein Sportflugzeug landen könnte. Hier beginne ich meine Wanderung auf der links im Bild befindlichen Forststraße.

Auf der anderen Talseite hält der Geierkogel (2231 m) eine flammende Morgenrede, und nah‘ bei mir…

…lodert es ebenfalls. Zwischen den Fichten erzählen Feuerbäume vom Ende des Sommers.

Um auf den Sitzstattriedel (1557 m) zu gelangen, verlasse ich die Forststraße. Solche sich selbst verdammende Waldabschnitte mag ich weniger: finstere Bäume mit dünnen abgestorbenen kleinen Ästen, die sich wie knochige Hexenfinger in mich, meine Kleidung und meinen Rucksack bohren, bis sie mit einem unangenehmen Geräusch abknicken und brechen. 

Den Hexenfingerwald durchschreite ich schnell, und danach öffnet sich die Landschaft.

Und wie sie aufmacht.

Sogar auf dem gegenüberliegenden, runden Tierkogel (1621 m) bin ich bereits einmal gestanden. Auch den Triebenstein (1810 m) habe ich überschritten. Dahinter ist die Bösensteingruppe zu sehen.

Ein letzter Anstieg bringt mich auf meinen ersten Gipfel.

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Sitzstattriedel (1557m). Den Jagdstand nebenan habe ich nicht mit aufs Bild gelassen. 

Vom Gipfel steige ich zu dieser Forststraße ab und wandere…

…weiter zur Wessenkarhütte. Hier hat sich die Wegführung der Markierung geändert. Diese dürfte irgenwo hinter der Hütte auf den Kamm zwischen Hühnerkogel (1793 m) und Vöttleck (1888 m) führen. Auf den Karten finde ich diese Änderung allerdings noch nicht verzeichnet.

Für meine Wanderung hat das jedoch keine Relevanz.

Verblassende Pfadreste am Waldrand dieser Wiese genügen mir, um entlang der gelöschten alten Markierung den westlichen Bergbuckel (links im Bild) hoch zu finden.

Über dem Wessenkar ist es jetzt so schön, wie ich mir das erhofft habe – und die Pfadspuren…

…werden immer deutlicher, obschon man ihrer dort gar nicht mehr bedarf.

Mit leichter Mühe geht es hier weiter, und die Vorfreude auf den Hauptkamm mit dem Vöttleck wächst in mir mit jedem Schritt.

Schließlich, am Kamm tun sich für mich, den Freudig-kindlich-aufgeregten-Landschafts bewunderder, ganz neue Ausblicke auf.

Der rosinenfarbene Boden taucht den gerundeten Bergrücken…

…mit dem Vöttleck in rosinenfarbenes Licht.

Unter mir das Triebental und Gaishorn mit seinem See und darüber…

…der Kalblingstock mit dem Admonter Reichenstein.

Ich treibe meine kleine Kamera zu zoomenden Höchstleistungen an. Hier lasse ich sie die westlich von mir am Kamm befindliche Ortnerkoppe (1834 m) und die dahinterliegende Bösensteingruppe heranholen.

Mich holt samt Kamera und Rucksack, jedoch viel langsamer, der höchste Punkt dieser Wanderung zu sich. 

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Vöttleck (1888 m).

Diesmal erlaube ich mir, gleich zwei Gerhard Eidenberger-Panoramen zu verlinken. Beide hat Gerhard auf alpenpanoramen.de veröffentlicht. In diesem Fall nur ins Panorama klicken:

© Gerhard Eidenberger auf alpenpanoramen.de

Das zweite Panorama hat Gerhard nahe dem Hauptgipfel aufgenommen:

© Gerhard Eidenberger auf alpenpanoramen.de

Den geplanten Zickzack-Weiterweg kann ich jetzt gut überblicken. Weit schaut das noch aus, und einige versteckte Gegensteigungen lassen sich auch erahnen.

Aber noch nicht gleich gehe ich weiter, der Bummelant in mir will zum poetisch schönen Nebengipfel wandern, wo er dem Hungrigen und Durstigen in mir die längst fällige Tröstung aus dem Rucksack verspricht. Da sitzt aber schon jemand, und ob ihr es glaubt oder nicht – mich überkommt eine Ahnung, wer dieser jemand sein könnte.

Fotografierend schlurfe ich langsam hinüber, zögere das Zusammentreffen mit dem einsamen Wanderer hinaus und mache noch ein Bild vom Vöttleck mit seinem Gipfelkreuz.

Wie schon bei meiner Schieferstein-Überstolperung, ist das ein fast unglaublich anmutender, ungeahnter, völlig unerwarteter Zufall: Der Helmut Seiringer sitzt im Nebengipfelgras und winkt mir lachend zu. Aber andererseits, Helmut besteigt fast jährlich das Vöttleck im Herbst, warum nicht auch heute? Seine Erlebnisse und unglaublich schönen Fotos von diesem Tag habe ich hier verlinkt, unbedingt anschauen, weil sie so großartig sind: Vöttleck-Runde.

Beim Essen und Trinken zeigen wir auf die umliegenden Gipfel (manchmal nur mit einer Kopfbewegung oder dem angebarteten Kinn) und erzählen uns von den letzten Touren. Helmut versorgt mich mit Informationen zur nahen Ortnerkoppe (1834 m) und der Besteigungsmöglichkeit über das nahe Eiserne Kreuz. Danach trennen sich unsere Wege wieder. Ich bleib‘ noch ein wenig und er will absteigen. 

„Was für ein herrlicher Gipfel dieses Vötteleck doch ist“, denke ich mir, als ich etwas nach Helmut auch aufbreche. 

Das Vöttleck ist von so einer heiteren Gutmütigkeit und ganz ohne ersichtliches steinernes Ego. Ein Wanderergipfel der Sonderklasse. 

Neben dem Kamm vom Schwarzkogel zum Vötteleck ist auch dieser Gratarm vom Vöttleck zum Hühnerkogel ein unbeschreiblicher Freudentränenherauskitzler, ein  Wanderlust-Aphrodisiakum. Und diesen langezogenen Scheitelpunkt über grünen Waldschluchten beschreite ich jetzt.

Wenn die Blätter der Beerenbüsche von den ersten kalten Nächten den rostroten Anstrich verpasst bekommen, ist es hier am schönsten. Diesmal bin ich etwas zu spät, die Glut ist bereits im Abklingen – schön ist es jedoch noch immer. Am Ende dieses Tourenberichtes gibt es Links zu Tourenbeschreibungen, die den Vollbrand dieses Berges in eindrucksvoller Weise zeigen.

Blick zurück auf den einladenden Schlenkerpfad. Im Winter 2009 stand ich schon einmal auf diesem Rücken, der Pfad war jedoch…

…von einer hohen Schneedecke überwechtet und damit…

…fantastisches Schitourengelände. Ein paar Fotos dieser Schitour habe ich im Epilog angeheftet.

Noch ist es nicht winterweiß. Ginge es nach den Früchten der Sträucher, wären die Hänge um mich alle herbstblau. Das Glück, in den Sträuchern sitzend Heidlbeeren zu essen, erschafft sofort Nachahmer, und so bald einer anfängt, folgen alle anderen seinem Beispiel. Aber nicht nur das überträgt sich, wie der Volksmund zu berichten weiß. Auch die Farbe Blau ist durch und durch ansteckend:

Setzt du dich auf Heidelbeerchen, hast du blaue Beidlhärchen!“

Lyrisches macht sich in meinen Blogeinträgen immer gut.

Es sind jedoch die Blätter in ihrer Überzahl, die den Hängen ihre Herbstfarbe verleihen. Auf diesem Bild kann man gut erkennen, dass schon viele dieser kleinen Blätter abgefallen sind und das Rostrot nur noch von wenigen in die Landschaft gepixelt wird.

Nicht weit vorm Hühnerkogel ist der verlegte, markierte Weg zur Wessenkarhütte ausgeschildert.

Ich bleibe am Gratrücken und kann schon bald mein…

…unverzichtbares und obligatorisches Gipfelfoto machen: hier am unspektakulären Hühnerkogel (1793m).

Blick zurück aufs Vöttleck und Blick nach vor auf…

…meinen Weiterweg.

So ein Pokerface, denke ich mir beim Anblick der Waldlandschaft unter mir. Denn dieser Anblick gibt überhaupt nicht zu erkennen, welche Trümpfe er in den Ästen hält: dass der zweite Höhepunkt dieser Wanderung gerade dort unten, irgendwo zwischen den Bäumen auf mich wartet.  

Diese Wiese ist schön, aber noch nicht die Trumpfkarte.

Hier ist es auch besonders, aber das ist immer noch nicht das, worauf ich mich so sehr freue.

 

Jetzt komme ich der Sache schon näher. Weiter schaukle ich auf dem immer noch mit Beerensträucheren gefederten Weg, bis…

…sich die Landschaft absenkt und schließlich die Schwarzenlacken frei gibt. Wie ein schwarzer Royal Flush liegen sie im Gelände. Der Vergleich mit dem Pokerspiel passt ja ganz gut. Ist nicht die Evolution ein einziges langandauerndes Pokerspiel?

Dieser paradisische Ursuppenanblick berührt mich sehr – noch dazu, weil ich weiß, dass ein kleiner Wasserfloh mehr Gene besitzt, als sogar Albert Einstein oder Thomas Mann sie ihr eigen nennen konnten. Hat die Erde so schön ausgesehen, als das Leben begann?

Für merkantil denkende Wanderer, die Kalkulierer, Kaufmänner und Kauffrauen unter den Rucksackträgern: der höchste Gegenwert für ein paar Schweißtropfen und wenige Stunden an der frischen Luft wird hier ausbezahlt.

Weil ich eher der hedonistische Landschaftsbestauner bin, erreiche ich hier mein Gesamtlustglück.

Überfunkeltes Moos…

…säumt die Ufer. Unter meinen Füßen glitzert, schimmert und schmuckkasterlt es.

Das ist eine der vielen versteckten Schatzkammern in den Niederen Tauern.

Jetzt habe ich einen ordentlichen Vorsprung vor meinen Alltagssorgen und verliere mich an die Umgebung.

Mit ruhigen Augen betrachte ich die Landschaft, und mein Herz fällt in die gerade noch schlagbare, allergemächlichste Gangart zurück.

Nicht nur die Bäume, auch meine zauselhafte Gestalt erfährt im Spiegelbild eine sanfte, freundliche Aufmotzung, eine Steigerung des harmonischen Ausdrucks.

© Gary Larson

Die Einsenkung mit den dunklen Lacken schluckt jede Resonanz, Geräusche klingen wie eingekapselt. Ein riesiger bewaldeter Uterus, in dem ich mich gut geschützt und mütterlich geborgen fühle.

Rund um die schwarzen Augen ist ein Gewirr von hügelauf und hügelab sich windender Wildspuren zu sehen.

Mit Reinhard war ich ebenfalls an einem besonders schönen Tag schon einmal hier. Bereits damals hat sich der Anblick dieser Lacken in mein Herz gebrannt. Wir sind von der Bergerhube übers Moartörl aufgestiegen. Es war eine besondere Tour, wie hier nachzulesen ist: Wie wir einen Berg bestiegen, um Specklinsen zu essen und dabei das rote Hirschboudoir fanden. 

Ohne Sinn und Zweck will ich den riesigen, uralten Einheimischen keinen Schaden zufügen, und darum umwandere ich die umgefallenen Bäume und den aufrechten breche ich kein Ästlein ab. Wie damals auch, steige ich von den Schwarzlacken, mit vielen Spurwechseln, zum nächsten Gipfel hoch.

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Schwarzkogel (1797m).

Vom Schwarzkogel steige ich auf gutem Pfad über den langgezogenen Rücken in Richtung Triebenfeldkogel.

Unterhalb des Triebenfeldkogels verlieren und verlaufen sich die Pfadspuren, oder besser gesagt, sie verlieren an Deutlichkeit. Ist man jedoch einmal dort, ist der Schaden gering. Einfach aufsteigen ist die Devise.

Wo sich die Sonne ins Gras legt, duftet mir sogar der bergliche Spätherbst noch in die Nasenlöcher.

Über den Bäumen angelangt, habe ich einen herrlichen Blick auf den größten Teil meiner heutigen Wanderung.

Pfadlos wandere ich auf der langgezogenen Gipfelwiese bis…

…zum Gipfelfelsen.

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Triebenfeldkogel (1884m).

Jetzt habe ich den allerbesten Blick auf den nahen Himmelkogel (1717 m). Direkt unter mir befindet sich das Moartörl (1714 m)

Dort drüben habe ich mir den heurigen Jahresgipfel geholt: Jahresgipfel Lattenberg (2018 m) nebst Beifang: Kerschkern (2225 m) und Goldkogel (2080 m).

Im Gesäuse beginnt das große Abendleuchten.

Mit Reinhard bin ich südlich zum Brandnerkogel (1786 m) weitergewandert und in Richtung Moaralm abgestiegen. Heute steige ich über die riesigen Gipfelwiesen in westlicher Richtung ab.

An diesen Rehen muss ich vorbei.

Die Wiese mit meinem heutigen ersten Gipfel, dem Sitzstattriedel (1557 m), leuchtet im Präabendlicht.

Bis ans Ende dieser Wildweide wandere ich. Dort zieht ein Zaun durch den Wald herauf, und entlang…

…dieses Zaunes steige ich weiter ab. Hier sind die Steirer dem Donald Trump eine zaunlänge voraus.

Zum Glück dauert das nicht lange, denn schon baldigst beginnt mir sein Anblick auf die Nerven zu gehen. 

Ohne (sichtbaren) Zaun gehe ich weiter, bis…

…zu dieser jagdlichen Mästerei.

In meiner kindlichen Vorstellung ist das nicht nur eine winterliche Großkantine, sondern vorwiegend und zugleich Bühne für speziell musikalisches…

…Wild.

© Dorthe Landschulz (unbedingt ihre großartige Facebook Seite besuchen: Ein Tag ein Tier)

Nur wenige Meter weiter, hinter der Bühne, finde ich meinen letzten Tagesgipfel, den Seyfriedberg (1617m).

Von diesem „Gipfel“ steige ich durch unangenehmes Waldschlaggelände sehr direkt ab.

Ich orientiere mich immer am fallenden Rücken und folge nur gelegentlich…

… für wenige Meter der einen oder anderen…

…Forststraße, bis ich wieder zurück…

…bei meinem Auto bin. Bald schon danach gerate ich in die Fänge des blaumanngewandeten Geiselnehmers. Weil ich nicht verschleppt werde, ist das keine Entführung, sondern lediglich eine ortsfeste Geiselnahme. Der arbeitslatzhosige Geiselnehmer bedient sich der fiesen Acker-Wald-und-Wiesen-SUV-Methode: Er benutzt seinen Steyr-Traktor.

Zwischen mir und dem Wanderfeierabend steht jetzt dieser Steyr-SUV. Weil für mich die hollywoodmäßige Lösung – den Weg freischießen – nicht in Frage kommt, nehme ich mit dem gummigestiefelten Geiselnehmer Kontakt auf. Ich muss ihn suchen. Im Stall, bei der Fütterung, finde ich ihn. Es beginnen zähe, mühsame Verhandlungen, die ich mit psychologischem und diplomatischem Geschick vorantreibe. Genau genommen heißt das: Wie ein Sonnenkönig in Gummistiefeln lässt er mich huldigen, bitten und betteln. Um seine nur sehr langsam erwachende Gunst nicht zu verlieren, erwähne ich nicht, dass er eine Fahrverbotstafel aufstellen soll oder einen Schranken, und dass er sich nicht wundern darf, dass unbedarfte, gutgläubige Menschen wie ich einer bin, dort hinfahren und parken. Nach meiner gefühlt tausendsten Entschuldigung stimmt er huldvoll zu, nach Beendigung der Fütterung, die bestimmt noch ein halbe Stunde dauern wird, den Weg frei zu machen. Das tut er dann, umständlich und langsam, tatsächlich.

Im Anstieg etwa 1205 Hm und zurückgelegte Entfernung nahezu 15,6 km.

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at


Darf’s ein bisserl mehr sein?

Weitere Unternehmungen in der Region Niedere Tauern, Triebener Tauern (Auswahl):

Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.

 

Meine Quellen:

Ausschnitt aus Kompass Logo Karte 4309, Österreich digital.
ⒸKartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Die Bildbeschriftung erfolgte mit:
PanoLab Beschriftungsprogramm für Panoramabilder Ⓒ Christian Dellwo.

Mittlerweile finden sich viele Informationen zur Besteigung des Vöttlecks im Netz. Ein paar empfehlenswerte habe ich hier verlinkt:

Natürlich Leopolds Vorlage zu meiner heutigen Wanderung: Vom Vöttleck zum Triebenfeldkogel.

Vom Helmut Seiringer gibt es mittlerweile schon drei bildstarke Beschreibungen zu Touren rund ums Vöttleck:

http://hs-bergtouren.blogspot.com/2018/10/vottleck-runde.html

http://hs-bergtouren.blogspot.com/2014/10/vottleck-huhnerkogel-ortnerkoppe.html

http://hs-bergtouren.blogspot.com/2019/10/vottleck-ortnerkoppe.html 

Kraftvolle, fantastische Fotos von Thomas Wurm finden sich hier: Herrliche Wanderung auf das Vöttleck vom Triebental aus. Hohentauern Oktober

 

 

EPILOG

Am 24. Jänner 2009 habe ich mit Skiern und Reinhard das Vöttleck besucht.

So auf den ersten Blick hat es gar nicht weit ausgesehen.

Die Tour hat dann schon ihre Anforderungen an mich gestellt.

Reinhard hat’s leicht genommen. 

Über die Forststraße und den einen oder anderen Abkürzer sind wir zur Wessenkarhütte gelangt.

GPS-Geräte hatten wir noch nicht. Der gute alte Tourenplan mit Kartenausschnitt musste zur Orientierung genügen.

Wir mussten aber vom Plan abweichen. Im Wessenkar gab es gehörige Grundschneelawinen (Bildmitte) und das war uns zu heikel.

So plagten wir uns gleich hinter der Hütte, durch tiefstverschneiten Wald (da lagen bestimmt zwei Meter Schnee) auf den Verbindungskamm Hühnerkogel – Vöttleck.

Mit der herrlichsten Aussicht auf die Eisenerzer Alpen. Sogar der Lugauer blinzelt über die Bergkette zu uns herüber.

Ist das noch der Berg oder schon die Schneewechte. Immer weiß man das nicht so genau. Vorsichtig ziehen wir unsere Spur in Richtung Gipfel weiter.

Von Süden näherte sich die angekündigte Wetterverschlechterung.

Nochmals die Eisenerzer Alpen mit dem Lugauerspitzel.

Am Gipfel drehten wir um und fuhren gleich wieder ein paar Meter ab. Oben wehte ein so fieser Wind, dass das Umziehen außerhalb der Windschußlinie angebracht war.

Reinhard hat Spaß dabei.

Winterfoto Vöttleck.

Der Gratkamm hin zur Ortnerkoppe. Dahinter die Bösensteingruppe.

Der Verbindungskamm zum Hühnerkogel und zum Triebenfeldkogel.

Blick auf den Nebengipfel.

FIN

Jäckle (1926): Führer durch die Östlichen Niederen Tauern. Sektion Edelraute d. Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Wien.

Mokrejs/Ostermayer (2009): Bergwander-Atlas Steiermark. Schall Verlag, Alland.