Osttirol dritter Tag: Böses Weibele

Die Therapie lindert bestenfalls die Symptome. Die Immunisierung will nicht gelingen – wir müssen wiederkommen. Dieser dritte Tag ist eigentlich der vierte, weil wir gestern pausierten und uns Lienz angesehen haben.  Für heute ist der Wetterbericht nicht ganz so erfreulich, doch bis in den frühen Nachmittag sollte das Wetter halten. Wir beschließen, das Böse Weibele oberhalb von Lienz zu besuchen.

Weit, sehr weit hinauf führt die Mautstraße zur Hochsteinhütte. Von dem riesigen Parkplatz aus sind viele einfache Wanderungen machbar.

Wir gehen nicht zum Hochsteinhaus, sondern über die Forststraße und eine Abkürzung zum…

…größten  Heimkehrerkreuz, das ich bis zu diesem Tag gesehen habe. Solch hohen Kreuzen wie in Osttirol bin ich noch nirgends begegnet und meine Frau auch nicht.

Weiter geht es durch Wolkenfetzen auf einfachem Weg zum nächsten Ziel.

Wir begegnen einer Gruppe mit Lamas…

…und uns begegnet Wolkennebel.

Seeaugen schauen uns beim Vorbeiwandern zu.

Unser Tagesziel scheint noch sehr weit entfernt zu sein, aber immerhin können wir es einmal sehen.

Erstmals zeigt sich auch Lienz.

Wir sind nur wenige Kilometer nördlich von unserer Golzentipp-Wanderung entfernt, aber die Vegetation ist eine ganz andere.

Erratum zum Ersten: in der irrigen Meinung, das Rastl bestiegen zu haben, gebe ich Gipfelfreudensignale.

Erratum zum Zweiten: Korrektur der ersten unberechtigten Gipfelfreudensignale durch weitere unberechtigte Gipfelfreudensignale. (Das echte Rastl liegt ca. 150 m südlich und ich werde es am Rückweg noch „besteigen“)

Schafe beobachten völlig unbeeindruckt meine eigenwillige Gymnastik.

Die letzten felsigen Meter zum Gipfelkreuz.

Das Böse Weibele wird im alten Sprachgebrauch auch Strickkofel oder sogar Venedigerblick genannt (Mair). Vor uns sind die beiden Lavanter Spitzen zu sehen.

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Böses Weibele (2521 m).

Beachtlicher Blick in die Tiefe zum Iseltal und nach Lienz.

Vorgestern noch hat Gabi das Gipfelglück in kurzer Hose genossen, heute ist sie knapp davor, die Handschuhe auszupacken.

Ausblick auf den weiteren Kammverlauf. Der gesamte Kamm weist von der Hochsteinhütte weg immerhin sieben eigenständige Gipfel auf. Mit 2696 m ist der Rotsteinberg der höchste im Kamm. Mit jeder Tour gibt es neue Inspirationen zu neuen, auch für mich machbaren Gipfelideen.

Rückblick zu unserem Anstiegsweg. Immer wieder tropfen Wolkenreste auf den Grat.

Für eine lange Gipfelrast ist es uns zu kalt und wir steigen wieder ab.

Bis zuletzt bleibt uns der Ausblick zum gegenüberliegenden Schleinitz u.a. verwehrt.

Gipfelfoto ohne Gipfelgymnastik: Rastl (2403 m). Zuvor habe ich von der Erhebung ganz rechts im Bild gewunken.

Würde ich meiner Frau mit meinem Talent ein Herz zeichnen, hätte es diese Form!

Am Golzentipp standen wir noch in kniehohen Gräsern und Blumenwiesen, und hier:

Wir haben wieder einmal den Normalweg verlassen und gehen über sanfte Hänge zum Ausgangspunkt zurück.

Die Überlegung, Handschuhe anzuziehen, wird von Gabi wieder fallengelassen. Jetzt kann sie ihre Vitamin-D Vorräte auftanken.

Die Vitamin D-Spenderin ziert sich am heutigen Tag gelegentlich.

Wir planen vor der Heimfahrt noch eine Einkehr in der Hochsteinhütte. Bis dahin ist aber noch ein gutes, kurzweiliges Stück zu  gehen.

Über Pölster der Rauschbeere und an…

… Erikaflecken vorbei…

…mit Ausblick auf die eng gestaffelten Kalktürme des Spitzkofels.

Die Hochsteinhütte erhielt 2009 eine Erweiterung und Sanierung. Eine klare, gerade Architektur innen und außen. Gefällt mir.

Zurück beim Parkplatz treffen wir nochmals die Gruppe mit den Lamas.

Gabi nimmt vorsichtig Kontakt auf.

Die Heimfahrt führt uns ein gutes Stück über die Pustertaler Höhenstraße. Es ist  faszinierend, wie hoch die Ortschaften über dem Talgrund sitzen.

Wir haben uns in unserem ersten Osttirol Urlaub auf Touristenpfaden bewegt und bereits dies hat uns schon große Freude bereitet. Wir haben jetzt sozusagen Witterung aufgenommen und wollen unbedingt wiederkommen.

Im Anstieg ca. 605 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 10,5 km.

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

 

Gasser (1979): Erlebnis Osttirol. Verlag Leopold Stocker, Graz.

Mair (1981): Osttiroler Wanderbuch. Tyrolia Verlag, Innsbruck.

Mair  (2010): Osttirol Süd. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.

 


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.