Schitour auf den Preber

Mode-Schiberg, massenhaft, allseits bekannt, Kolonnen… Diese Attribute benennen den Gegenpol meiner üblichen Bevorzugungen. Für ein ruhiges Bergerlebnis verzichte ich oft gerne auf den Hauptgipfel und besteige lieber einen von der Masse ignorierten Nebengipfel. Das Gipfelrenomee ist mir völlig egal. Aber Preber und Greim bilden hier eine Ausnahme. In den Schitourenführern jedweder Art, werden diese beiden Gipfel, trotz der vielen Aspiranten, höchlichst gelobt und besungen.

Es wird bestes Wetter für das Wochenende prognostiziert, und wir entschliessen uns, noch Freitag Nachmittag in die Steirische Krakau zu fahren. Über Trieben ist es nicht allzuweit, trotzdem erreichen wir erst bei Dunkelheit unser Ziel.

Vor Ort begeben wir uns auf Zimmersuche und mangels freier Zimmer, ziehen wir beim Schallerwirt in ein Lärchenholz Appartment. Ungewohnter Luxus!

Wir benötigen das Appartment nur für zwei Übernachtungen, selbst die Infrarotsauna wird von uns nicht benützt. Wir haben keine Zeit dafür.

Vorm Frühstück am nächsten Tag, lässt mich dieser Anblick schon angenehm erschauern. Bei der gestrigen Dunkelheit hatte ich von diesem Ausblick keine Ahnung.

Schnellstmöglich geht es nach dem Frühstück zum Ausgangspunkt der Tour am Prebersee bei der Ludlalm. Die Schi müssen wir nur ein kurzes Stück tragen, und schon bald geht es in gemächlichem Schritt aufwärts.

Immer wieder habe ich über die Steirische Krakau gelesen, mir gedacht, irgendwann werde ich mich auch dort umschauen, und jetzt gehe ich mit Reinhard auf den Preber – selbst während des Aufstieges kann ich es noch nicht glauben.

Preber_012Vom Fotostandpunkt zum Gipfel sind es ca. 900 Hm, aber mein Gefühl sagt mir – keine 400 Höhenmeter sind es noch. Durch die Entfernung und den gleichmäßig steigenden Hang, lasse ich mich gehörig täuschen.

Bei der Preberthalerhütte auf 1862 m, machen wir eine kurze Trinkpause, wir legen zu warme Kleidung ab und staunen über die herrliche Aussicht.

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Weiter geht es bei fast völliger Windstille in den stahlblauen Himmel hinein. Wie aufgefädelt steigen andere Tourengeher, einer Mount Everst-Szenerie ähnlich, vor uns auf.

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Die vielen Tourengeher erfreuen sich, so wie wir, am allerbesten Tourenwetter. Und da dieser Preberhang so riesig ist, ist für alle Platz.

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Schon kurz vor dem Gipfel, Blick in die Ostseite des Prebergipfels. Das Gipfelkreuz kann ich schon sehen.

Das Schidepot ist kurz vor dem Gipfel, die letzten 30 Höhenmeter geht es in den Schuhen hoch.

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Preber_036Wir stehen 2740 Meter über dem Meer. Der Blick nach Osten zeigt dieses Gipfelmeer.

Am Gipfelkreuz vorbei nach Süden.

Obligatorisch und unverzichtbar: Preber (2740 m).

Unsere Brillen sind so stark beschlagen, dass nur noch Alkohol zur Reinigung herangezogen werden kann! Oder so ähnlich.

Links der Bildmitte bin ich der Meinung, den Großen Knallstein (2599 m) zu sehen.

Der Blick nach Westen ist für mich ein Blick in meine Bergzukunft. Den Hochgolling und das Kasereck will ich auch einmal besuchen.

Lauter gut gelaunte und zufriedene Menschen auf der großen Gipfelfläche.

In der Bildmitte, mit Blick nach Norden – die Hochwildstelle (2747 m).

Nicht weit vom Prebergipfel in der Bildmitte, das Roteck (2742 m) und rechts davon die Barbaraspitze (2726 m).

Nochmals der Hochgolling, mit 2862 m um 122 Meter höher als der Preber, und zugleich die höchste Erhebung der Niederen Tauern.

Hier bin ich der Meinung, die Kreuzhöhe mit 2566 m fotografiert zu haben. Der Grat führt nördlich zum Kasereck weiter, dies kann man am nächsten Foto erkennen.

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Nach Süden fotografiert, sieht man die Nockberge und dahinter die Karawanken.

Nach dieser einstündigen Rast heisst es, an die Abfahrt denken. Auf einem so hohen Berg bei Sonne und geringem Wind eine Stunde sitzen zu können, ist ein Geschenk.

Rechts im Bild der Preberkessel mit der Goltzhöhe, immerhin auch 2580 m hoch.

Dieser Winter zeichnete sich nicht gerade durch Schneereichtum aus, und so muss man auch bei dieser Abfahrt auf Steine achten. Wie sich aber zeigt, ist nur der obere Teil betroffen.

Südlich – der erste weisse Bergrücken, müsste der Gstoder (2140 m) sein. Und dahinter vermutlich die Frauenalpe, Ackerlhöhe und rechts nicht mehr ganz im Bild, der Eisenhut (2441 m).

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Nicht erst nach dieser Abfahrt ist mir klar, warum dies der Schitourenberg der Steiermark ist. Selbst für mich unterdurchschnittlichen Schifahrer, bietet dieser Hang ein großes Fahrvergnügen.

Trotz der vielen Menschen, die sich in diesen Augenblicken den gleichen Wunsch erfüllen, ist das ein großartiges Vorhaben. Mögen andere ihre Aufstiegszeiten im Auge haben oder andere Ziele verfolgen, gut so. Jedem sein Vergnügen!

Zu den Aufstiegszeiten muss man anmerken, dass der Preberlaufsieger im Vorjahr unglaubliche 54 Minuten benötigte!

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Nach dieser lohnenswerten Schitour, kehren wir direkt am Prebersee noch in der Ludlalm ein und lassen diesen Traumtag ausklingen. Direkt bei der Ludlalm haben ein paar unverfrorene im Zelt übernachtet und köcheln sich jetzt ein Abendessen.

Vom zugefrorenen Prebersee – Blick auf den unteren Teil des Prebers. Rund um den See, vielleicht sogar darüber, führen Langlaufloipen.

Im Anstieg ca. 1225 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 9 km.

(Dieser Tourverlauf habe ich nachträglich eingezeichnet, es handelt sich um keinen aufgezeichneten Track!)

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Auferbauer (2004): Schitourenparadies Steiermark, Verlag Styria Pichler, Graz.

Holl (2005): Niedere Tauern, AV-Führer, Bergverlag Rother, München.

Katschner (1994): Die schönsten Bergtouren im Lungau und Nockgebiet, Styria Verlag, Graz.

Schall et. al. (2008): Schitouren-Atlas Österreich Ost, Schall Verlag, Alland.

Sodamin (2008): Schitouren Obersteiermark, Verlag Styria, Graz.

Wödl (1924): Schladminger Tauern, Verlag Artaria, Wien.

Zeller (2010): BergErleben Bd. 3, Wölzer Tauern, Rottenmanner Tauern, Schladminger Tauern, Verlag Gertraud Reisinger, Spielberg.

 


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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.