Schitourenquicki Freithofberg

Ist es noch ein Hügel oder schon ein Berg? Im OÖ Voralpenführer ist er als „bewaldeter Gipfel mit guter Aussicht nach Osten“ verzeichnet. Vom Neustifter Sattel (Kreuzgruberhöhe) leicht zu erreichen, ist er aber vor allem ein Schitourenberg. Unzählige verdanken seinen sanften Hängen sogar ihre erste Schitour.

An der höchsten Stelle des Neustifter Sattels (Straßenverbindung zwischen Waidhofen/Ybbs und Maria Neustift) gegenüber des Feuerwehrdepots, wurde ein kleiner von Schnee geräumter Parkplatz eingerichtet.

Zeitmangel erstickt in den letzten Wochen meinen Bewegungsdrang, und so ist es nicht verwunderlich, dass meine heutige Kurztour auf den Freithofberg meine erste Schitour des Jahres ist.

Berg und Himmel haben die selbe Farbe – ein grauschattiertes fahles Weiß. Es stört mich aber nicht, denn ich freue mich schon allein auf das Handling mit den Fellen und Schiern. Am 17.3.2012 habe ich meine letzte Schitour gemacht, und nach fast einem Jahr freue ich mich unbändig auf die nun folgende Stunde.

Sofort finde ich wieder meinen Schitourenschritt und steige in breiter Spur hoch.

Für einen so kleinen Berg, der dennoch mit fast dreihundert Meter Höhenunterschied zum Tal absetzt, bietet der Freithofberg eine erstaunliche Aussicht – nur heute nicht.

Viel zu schnell befinde ich mich schon auf der Kuppe. Die Spur führt hier durch den Haag für wenige Meter an die Ostseite, um die letzten Gipfelmeter an einer Weihnachtskrippe vorbei, nordseitig zu hochzuleiten.

Der Freithofberg ist ein richtig anheimelnder Berg. Mit seiner großen „Waldwiesenweide“ und den schön gestalteten Baumgruppen wird er auch im Sommer gerne besucht.

Der Freithofberg kann von drei Seiten begangen werden, und viele gehen diese drei Anstiege hintereinander. Einmal von der Kreuzgruberhöhe (mein jetziger Anstieg), danach Abfahrt nach Norden über die alte Schitrasse. Wiederum Aufstieg, um nach Osten bis zur Kreuzung und noch weiter links der Straße abzufahren und wiederum aufzusteigen. Auf diese Weise sammeln sich auch über 800 Höhenmeter in ungefährdetem Gelände.

Sogar ein Krippenbuch ist für Eintragungswillige vorhanden.

Die letzten Meter vor der Gipfelkuppe.

Hier entsteht sogar eine kleine Jausenhütte – mit Ausschank an besonders frequentierten Tagen.

Weil es einfach dazugehört: Gipfelfoto Freithofberg (958 m).

Schitourengehen ist ein wenig wie Radfahren, man verlernt es nicht: Felle abziehen und verstauen, die Bindung samt Schuhe auf Abfahrt umstellen, und nach kurzer Pause befinde ich mich schon in der Abfahrt.

Ich habe völlig vergessen, Ausblick und Fernsicht zu bestellen.

Der Hang ist so breit, dass ich trotz der vielen Besucher an den Vortagen sogar noch meine eigene Spur ziehen kann.

Für einen Abfahrtsrausch ist die Abfahrt dann doch zu kurz. Zu einem zweiten Aufstieg fehlt mir leider die Zeit, und es bleibt nur die Erinnerung an heute und an viele andere Freithofberg-Touren in der Vergangenheit. Eine dieser Touren findet sich noch mit ein paar Bildern im Anhang.

Im Anstieg ca. 265 Hm und zurückgelegte Strecke ca. 2,2 km.

Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Heitzmann, Harant (1996): OÖ-Voralpen. OeAV-Führer, Ennsthaler Verlag, Steyr.

 

 

 

 

 

 

 

Die vorläufig letzte Schitour von Mike und zugleich seine erste Schitour – beide finden zeitgleich am 29. Jänner 2010 statt.


Wir haben schon oft über eine gemeinsame Tour gesprochen, und heute passiert das  Unglaubliche. Mike hat sich eine Ausrüstung ausgeborgt und steht seit Jahren erstmals überhaupt wieder auf Schi und das gleich in unpräpariertem „wilden“ Gelände.

Mike stellt sich geschickt an, und in meinem Windschatten reißt es ihn förmlich den Berg hinauf.

Links im Bild ist der Hirschberg (857 m) bei Konradsheim zu sehen.

Im Aufstieg plaudern wir über die paar erforderlichen Grundlagen des Schitourengehens. Wenn man allerdings den alljährlichen Output an Sonderheften und Extrabeilagen der gängigen Bergzeitschriften zum Thema Schitouren in den Buchhandlungen aufliegen sieht, muss es sich beim Schitourengehen um eine Wissenschaft handeln.

Freithofberg2010_008(CC)Mit jedem Aufstiegsmeter macht es Mike mehr Spaß.

Freithofberg2010_009(CC)Mike ist für eine ausgiebige Schitourenkarriere ein hoffnungsloser Fall. Zu umfangreich und vielgestaltig sind seine Interessen. An erster Stelle dieser Interessen steht die Band seiner Söhne, die fantastischen, unglaublichen, sämtliche Ohren wegfetzenden EASTWOOD HAZE. 

Auch ohne Tunnel gehen wir dem Licht entgegen…

…und Mike erreicht seinen ersten Schitourengipfel.

Obligatorisch und gelegentlich verzichtbar: Gipfelfoto Freithofberg (958 m).

Wie es mit geliehenen Schuhen oftmals so geht, geht es nur schmerzhaft eingeengt und mit Druckstellen am zarten Künstlerfuß.

Immer wieder dämpfen Wolkenschleier das Sonnenlicht, und so bald sie davonhauchen…

…leuchtet die Gipfelfläche im Sonnenlicht auf.

Freithofberg2010_045(CC)In der Abfahrt bestätigt sich mein Verdacht, dass es sich bei Mike um ein Naturtalent handelt. Zuerst noch vorsichtig, aber schnell mutiger, schwingt er nach vielen Jahren ohne Fahrpraxis um vieles eleganter den Hang hinab als ich.

Mike fotografiert den unverspurten rechten Hangabschnitt vor seiner Abfahrt,…

…und nachdem er ihn mit seinen Wedelschwenkern förmlich graviert hat.

Das war ein wirklich gelungenes Unterfangen und hat großes Vergnügen bereitet. Mike hat den Freithofberg im Sommer schon oft besucht, an einer Winterbesteigung hat es aber noch gefehlt. Bewahrheitet hat sich meine Befürchtung, dass Mikes Interessensvielfalt einer weiteren Schitour im Wege stehen wird. Aber wie steht es schon in der Bibel bei Prediger Salomo 3, 1-8: Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde…

Schau’n mer mal.

 

 

FIN


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.