Spielkogel

Eine Schitour im März muss doch noch möglich sein, hoffen wir und fahren nach Johnsbach, um einen der ältesten Schitourenberge zu besuchen. Den Spielkogel (1754 m), Hausberg der Mödlinger Hütte, wollen wir bei mittelprächtigem Wetter besuchen. 

Wir stellen unser Auto am großen Parkplatz des Donnerwirtes ab. Dann verstauen wir alles Notwendige, und nach einem ausgiebigen Partnercheck gehen wir los. Partnercheck deshalb, weil es ganz blöd wäre, weiter oben etwas für die Schitour Erforderliches vergessen zu haben (Schifell, Schischuhe usw.).

So richtig vielversprechend war der Abmarsch noch nicht.

In Schattenlagen des Aufstiegsweges zeigen sich Altschneeflecken und treiben uns fast Freudentränen in die Augen.

Zu diesem Foto fällt mir nur ein:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden
Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner
Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück.

Nach ca. 450 Hm und einer Stunde Aufstieg, wird es schon fast vielversprechend.

Im Hintergrund taucht der Reichenstoa auf. Davor allerdings schneelose Trostlosigkeit.

Ab einer Höhe von ca. 1200 Metern, können wir endlich anschnallen. Dass wir fast die Hälfte unserer gesamten Schitour ohne Schi aufsteigen müssen, war uns beim Abbmarsch zum Glück nicht klar.

Dann explodiert die Schneehöhe förmlich. Knapp unter der Mödlingerhütte liegt noch meterhoch Schnee.

Spielkogel_013Schispuren sehen wir keine, aber ein Unentwegter hat mit Schneeschuhen gespurt.

Die Mödlinger Hütte ist noch geschlossen. Eine Einkehr war sowiso nicht geplant, aber hätte sie geöffnet, wären wir sicher schwach geworden.

So schaut im März eine dem Johnsbachtal würdige Schneedecke aus. Wie gesagt, dem Tal würdig, wir befinden uns hier aber auf 1500 m (Treffneralm).

Das Wetter hält und bleibt stabil. Es ist fast windstill und sehr warm. Sehnsuchtsberg Admonter Reichenstein (2251 m).

Dieser Punkt muss für Überschreiter vom Eisenerzer Reichenstein kommend, eine langersehnte Wohltat sein. Sind es doch 40 km und vom Präbichl aufsteigend immerhin 3500 Höhenmeter. Diese Überschreitung steht auch noch auf meiner Wunschliste. Reinhard hat sie bereits mit wenig Wetterglück begangen.

Diese hin und her wabernden Wolken mit den blauen Himmelspuzzelteilchen dazwischen, schaffen ganz eigene Lichtverhälnisse.

Die Lugauerplan zeigt sich noch in abfahrtsmäßigem Weiß.

Der Wind wird stärker und verbläst so manche Wolke.

Im Bewusstsein der letzten Schitour in diesem Winter genießen wir unseren Aufstieg.

Nach einer kurzen Steilstufe befinden wir uns schon am Rücken des Spielkogels, und vor uns sehen wir schon das Gipfelkreuz.

Der Spielkogel besitzt eine sehr eigenwillige Möbilierung. Die Liegestühle sind aber ausschließlich für… Trolle?

Nach meinen eigenen Erfahrungen am Stein am Mandl im Jahre 2008, besitzt so ein Lifepak-Joke am Gipfel eine leicht makabre Note.

Im Gipfelbereich ist es doch windig, und so gehen wir am Grat ein Stück zurück, um aus dem Wind zu kommen.

Der große Buchstein samt Tieflimauer und natürlich der Große Ödstein.

Hier geht der Blick Richtung Leobner. Eventuell für manchen Überschreiter interessant.

Entrisch ist die Stimmung, und wir tauchen so richtig in diese Bergeinsamkeit ein.

Hier schaue ich über das Vötteleck hinweg zum Großen Griesstein.

Im Gipfelbereich ist es doch windig, so gehen wir am Grat ein Stück zurück und finden einen „eingegrabenen“ Jägerunterstand.

Wir bleiben nicht allzulange, da uns ja nach kurzer Abfahrt ein noch viel längerer Rückmarsch erwartet.

Blick zurück zum Gipfel des Spielkogels.

Trotz der schneearmen Umstände, ein wundervoller Tag in den Ennstaler Alpen.

Im Anstieg ca. 1000 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 11 km.

(Dieser Tourverlauf habe ich nachträglich eingezeichnet, es handelt sich um keinen aufgezeichneten Track!)

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Schall et. al. (2008): Schitouren-Atlas Österreich Ost, Schall Verlag, Alland.

 


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.