Zeit: je nachdem | ↗ : 1175 hm | Distanz: 13,7 km | großteils markiert | Quellen: viele | must have: doch, irgendwie schon | Gipfel: Hahnstein (1697 m), Kleiner Hahnstein (1675 m)
Ausschnitt aus
Karte 4309, Österreich digital.
ⒸKartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.
Zirka 1400 Meter nach dem Bahnübergang in Admont ist das Ferienhaus Julia angeschrieben, im Ortsteil Kematen, dorthin biege ich ab und ganz in der Nähe kann ich parken. Drei Katzen schleichen behutsam neugierig umher und lassen sich nur schwer vom warmen offenen Kofferraum fernhalten.
Mein langsames Loswandern beginnt im Restnebel. Die Beleuchtung ist sehr schummrig und nass, und dämmrig ist es auch. Alles hängt feucht herab, und die Bäume beugen sich der Kälte.
Und im Weidezaun hat sich der Spätherbst verfangen.
Ich denke an die neugierigen Katzen beim Auto und die Möglichkeit, eine vierte vielleicht übersehen zu haben. Die könnte jetzt im Auto sitzen, und ich weiß nicht, was tun. Bringt man Pipi de chat aus einem Autositz gut heraus?
Im unteren Teil durchwandere ich einen Nutzwald, in dem ein Baum wie der andere aussieht.
Schwerfeuchte Blätter bedecken den Boden. Sie sind jedoch nicht so schmierrutschig, wie die kurzen Holzbrücken über den Kematenbach.
Der Pfad verschmälert sich und ist oftmals steil, jedoch immer Laub bedeckt. Er quert eine Forststraße, wird wieder zum Steig und quert wieder eine Forststraße. Äste, Steine, Laub und Rutscherde wechseln sich ab.
Eine punktierte Lichtwolke schwebt über mir.
Und dort, wo die Sonne hinfällt, beginnen helle Felsengebilde über mir zu leuchten.
Wie in einem riesigen brodelnden Nebelkessel liegt das Ennstal unter mir.
Das Aufstiegsprozedere setzt sich fort: Wieder wechseln Äste, Steine, Laub und Rutscherde sich ab. Nur die Steine werden jetzt immer größer.
Den Wald lasse ich hinter mir, und zwischen Kreuzmauer und Hahnstein gelange ich endlich in die Latschen.
Noch bewege ich mich weg vom Hahnstein in Richtung Scheiblegger Hochalm.
Kurz vor der Hochalm erreiche ich die Abzweigung. Jetzt geht es in leichter Steigung auf den Hahnstein zu.
Und auf die Scheiblegger Hochalm kann ich auch schauen.
Dieser Hahnstein besteht aus mehreren aufstrebenden Ordnungen und sieht sogar ein wenig gefährlich aus. Der Name stammt sicher von seinem hahnenkammartigen Aussehen. Ich habe ja eher mehr so ein …
… frankophiles Hahnbildnis in mir. Bonjour Mademoiselle.
Mit jedem meiner Schritte werden die Felsen größer und ich kleiner und kleiner.
Rechts der Felswand führt der Steig ins Felsengebilde.
Und nur diese Passage kurz vorm Gipfel ist seilgesichert und mit Steigbügeln versehen.
Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Hahnstein (1697 m). In alten AV-Karten wird dieser Gipfel noch als Hochplanmauer ausgewiesen.
Der Ausblick macht einen gehörigen Rumms.
Blick den latschenversperrten Grat zur Scheiblegger Hochalm.
Hoch über mir ragt der Kreuzkogel (2011 m) auf. Den habe ich mit Gabi schon besucht: Keine Bergtour, bei der man gähnen muss: Riffelspitz (2106 m) und Kreuzkogel (2011 m) …
… und dabei dieses Foto vom Hahnstein gemacht:
Weil am Gipfel nicht viel Platz ist, wird von vielen zwischen den Felsen unterhalb des Kreuzes die Gipfeljause verputzt.
Es sind gar nicht so wenige Wanderer hier heroben. Ich bin im Aufstieg keinem begegnet, und vermutlich kommen die meisten von der Kaiserau hierher.
Dort oben ist mir zu viel los, und windig ist es auch. Im Windschatten, am Fuße der Felsen, finde ich ein ruhiges Plätzchen. Hier gesellt sich jetzt zu meinem äußeren Buddha mein innerer.
Das Wetter ist so köstlich, wie ein milder Apriltag. Trotzdem heißt es für mich weiterwandern, denn die Tage sind schon kurz.
Ich gehe zur Scheiblegger Hochalm und folge einem Tipp vom Alpenyeti.
Oberhalb der Alm liegt eine Jagdhütte und über der Jagdhütte der Kleine Hahnstein (1675 m). Da bin ich rasch oben.
Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Kleiner Hahnstein (1675 m).
Blick zum Großen Hahnstein.
Blick in die andere Richtung.
Zur Mitte am rechten Bildrand ziehen die Wegspuren vom Kreuzkogel, die Markierungstafel kann man gerade noch erkennen. Dorthin gehe ich jetzt, und bei der Tafel beginnt …
… ein steiler schottriger Weg, …
… der aussieht, wie frisch gemacht.
Und über die letzten steilen Meter hilft eine Aluleiter.
Danach findet sich ein feiner Weg, …
… der mich zur Scheiblegger Niederalm bringt.
Vor mir ragen Bäumen wie aneinandergereihte Flammen aus dem Boden. Der Herbst versucht alle Oberflächen bunt zu machen, nur an den Felsen und Latschen gelingt ihm das nicht.
Zurück beim Ausgangspunkt. Und dem Schicksal sei’s gedankt, ich habe zu meinem Glück keine Katze ins Auto gesperrt.
Senf dazu? Sehr gerne!
Darf’s ein bisserl mehr sein?
Weitere Unternehmungen in der Region Ennstaler Alpen (Auswahl):
- Schafkogel 1550 m (Hochsur)
Schafkogel (1150m) - Großer Buchstein
Großer Buchstein (2224m) - Besteigung eines Unscheinbaren: Mannsberg (1603 m)
Mannsberg (1603m) - Versteckt im Faltenwurf der Haller Mauern: Mühlauer Stadel (1541 m)
Mühlauer Stadel (1541m) - Eins-a-Aussichtsberg im Ennstal – der Zinödlberg (1294 m)
Zinödlberg (1294m)
Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.
Die Bildbeschriftung erfolgte mit:
PanoLab Beschriftungsprogramm für Panoramabilder Ⓒ Christian Dellwo.
Meine Quellen:
Josef ist die Runde anders gewandert: Hahnstein (abgerufen am 21.9.2025).
FIN
















































