Lesefrüchte

Um das eine oder andere gelungene Foto nicht in den digitalen Abgründen der Festplatte der Vergessenheit anheimzugeben, bewahre ich es lieber in dieser Form auf – in Kombination mit einer reifen, saftigen Lesefrucht.

Ob kritisch oder pointiert, philosophisch oder nur lustig, einzig ausschlaggebend für die Auswahl ist mein Lesevergnügen beim Erstlesen. Wie die Tourenbeschreibungen laufend Zuwachs haben werden, wird auch diese Seite regelmäßig um neue Lesefrüchte erweitert. Ernst Jünger meinte über fortdauernde Lektüre:

„Wenn man täglich einige Ziegel zuträgt, kann man nach sechzig oder achtzig Jahren in einem Palast wohnen“.

 

27.04.2019 – №289

Es ist nicht leicht, zu sich selbst streng zu sein, wenn man sich gut leiden kann.

Monsieur Peter

27.04.2019 – №288

Er hatte die wichtigsten Voraussetzung verinnerlicht, um die Armut der Eltern nicht zu wiederholen: sich nicht in einer Frau vergessen.

Annie Ernaux (Der Platz)

 

27.04.2019 – №287

Ohne es zu wissen, richtet er sein Leben so ein, daß er sich zur Krankheit verhält wie der Speck zur Made.

Michael Maar über Marcel Proust

30.03.2019 – №286

Nur in unseren Träumen sind wir frei. Die meiste Zeit über brauchen wir Lohn.

Terry Pratchett (MacBest)

30.03.2019 – №285

Der Mensch will brutto geliebt werden, nicht netto.

Friedrich Hebbel (Tagebücher)

30.03.2019 – №284

Ich war wie die Prinzessin auf der Erbse. Immerzu störte mich ein Unruhekügelchen.

Jeffrey Eugenides (Middlesex)

30.03.2019 – №283

Letztendlich besteht ein Leben aus dem was die Fehlschläge, das Versagen übriggelassen haben, aus Resten.

Monsieur Peter

28.02.2019 – №282

Was ist der Mensch, wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter.

William Shakespeare (Hamlet)

 

28.02.2019 – №281

(…) wenn die Krankheit verzweifelt ist,kann ein verzweifelt Mittel nur helfen oder, keins.

William Shakespeare (Hamlet)

28.02.2019 – №280

Moses Pelham hat so viel aus seinen Fehlern gelernt, dass er darüber nachdenkt, noch ein paar zu machen.

Moses Pelham auf Twitter. 

30.01.2019 – №279

Die Normalität ist kein Zustand, sie ist nur eine Behauptung.

Nataly E. Savina (Meine beste Bitch) 

30.01.2019 – №278

Wie immer im Talente tränkt die Quelle der größten Vorzüge auch die geheime Kraft der Fehler.

Stefan Zweig (Begegnungen mit Büchern)

30.01.2019 – №277

Wie es niedere Gesinnung verrate, wenn man sich im Glück überhebe, so sei es unmännlich, sich durch Unglück allzu sehr beugen zu lassen.

Flavius Josephus (Judäische Krieg)

30.01.2019 – №276

Wer viel an sich selbst hat, bleibt am liebsten allein.

Arthur Schopenhauer

28.12.2018 – №275

Ich glaub‘, Ihr denket jetzt, was Ihr gesprochen, doch ein Entschluß wird oft von uns gebrochen. Der Vorsatz ist ja der Erinn’rung Knecht, stark von Geburt, doch bald durch die Zeit geschwächt.

William Shakespeare (Hamlet)

28.12.2018 – №274

Gehen in Amerika sei ein Ding der Unmöglichkeit, hatten mir Kenner versichert, also alle daheim.

Wolfgang Büscher (Hartland)

28.12.2018 – №273

Wenn alle Tag‘ im Jahr gefeiert würden, so würde Spiel so lästig sein wie Arbeit.

William Shakespeare (König Heinrich IV)

18.11.2018 – №272

Jedes Foto ist ein getöteter Augenblick. Ein Insekt der Zeit, präpariert und aufgespießt.

Botho Strauß (Allein mit allen)

18.11.2018 – №271

Weil ich weder die Einsiedelei noch die Revolution zu leben bereit oder imstande bin, nenne ich die Herde im Stillen dumm und ziehe dennoch mit ihr über die Prärie.

Peter Zimmermann (Schule des Scheiterns)

18.11.2018 – №270

Denn der Fluß der Gedanken bewegt sich nicht von der Quelle zur Mündung.

Botho Strauß (Allein mit allen)

21.10.2018 – №269

Gedanken sind Sternschnuppen, das Hirn nichts als ein Sternschnuppenfangkorb.

Botho Strauß (Allein mit allen)

21.10.2018 – №268

Wer kennt sie nicht, die Angst sein Leben unter seinem Wert zu leben?

Monsieur Peter

12.09.2018 – №267

Ich hoffe, meinen Platz hinter denen, die besser sind, einzunehmen. Aber eben meinen Platz.

Joseph Conrad

12.09.2018 – №266

Alle Empfindungen, Gedanken und Geschäfte mußten es sich gefallen lassen, jederzeit unterbrochen und wieder aufgenommen zu werden. Meine Gewißheit, daß ich sie wie Sklaven fortschicken und zurückrufen konnte, nahm ihnen jeden Schein der Tyrannei und mir das Gefühl der Knechtschaft.

Marguerite Yourcenar (Ich zähmte die Wölfin)

12.09.2018 – №265

Nicht zu versöhnen ist das Leben,/ Am Ende ist es vielleicht das, was es braucht:/ Sagen zu können: Es war gerad eben/ Zwischen zwei Pausen kurz laut.

J.C. Bloem (Verzamelde Gedichte: Sonntag)

30.08.2018 – №264

Wie immer macht das Leben nicht allen gleich viel Freude.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

30.08.2018 – №263

Schmerz – das ist die vierte Kunst. Nach Musik, Malerei, Dichtung. Vielleicht sogar die erste. Ja, die erste. Gibt es etwas, das man mehr erleben könnte?! Tiefer?! Inniger?!

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

30.08.2018 – №262

Die Tugenden der Gesellschaft sind Laster für den Heiligen.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften I)

30.07.2018 – №261

Ich gebe die Tage aus der Hand, als hätte ich genug davon.

Elisabeth Borchers (Nicht zur Veröffentlichung bestimmt)

30.07.2018 – №260

Was ist des Menschen Leben! Schwankt’s mit uns nicht immer hin und her? von Sorge zu Sorge? das eine Sorgenloch gestopft und das nächste tut sich auf!

Laurence Sterne (Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman)

29.06.2018 – №259

Die Seescheide isst ihr eigenes Gehirn auf, wenn sie einmal sesshaft geworden ist. Gutes Beispiel für engstirnige Menschen. Der einzige Grund, um Gehirn zu haben, ist Bewegung.

Giulia Enders (Darm mit Charme)

29.06.2018 – №258

Der Feige stirbt schon vielmal, eh er stirbt, die Tapferen kosten einmal nur den Tod.

William Shakespeare (Julius Caesar)

29.06.2018 – №257

Man muss an seinem Vergehen mit Methode arbeiten, wie man ja auch beim Werden sich ins Zeug legen musste.

Botho Strauß (Herkunft)

29.06.2018 – №256

Jede Gelegenheit, sich und seine Vorsätze mit der Realität in Einklang zu bringen, muss ergriffen werden. Man darf die Wichtigkeit und Macht der kleinen Vorsätze nicht geringschätzen.

Pierre Rabhi (Glückliche Genügsamkeit)

31.05.2018 – №255

Kritiker: Man könnte von Eunuchen  sprechen, die einen Mann verhöhnen, weil er ein buckliges Kind gezeugt hat.

Heinrich Heine (über Kritiker)

31.05.2018 – №254

Meine ganze Politik lautet: Ich liebe die Musik, die Malerei; ein gutes Buch ist für mich ein Ereignis.

Stendhal (Rot und Schwarz)

29.04.2018 – №253

Du hast einen langen Strick um den Hals und kannst nicht sehen, wer daran zieht.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

29.04.2018 – №252

Immer öfter mischt sich der Tod hinein, zwischen einem gelungenen Dasein und dessen schrecklichem Ende liegt oft nur ein Augenblick der Unaufmerksamkeit oder ein winziger Zufall – immer mehr Wege führen zu Krankheit, Unfall und Sterben, nur ganz wenige zu hohem Alter.

Daniel Kehlmann (F)

29.04.2018 – №251

Um sich zu unterscheiden, müßte man nicht anders denken, sondern anders sein, denkt Meßmer.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

07.04.2018 – №250

Erste Sonnenschirme erwachen auf Balkonen. Meisen werfen Handgranaten-Schatten.

Clemens J. Setz (Bot Gespräch ohne Autor)

24.03.2018 – №249

Freundlichkeit kann man kaufen.

Marie Ebner v. Eschenbach

24.03.2018 – №248

Eine Peitsche wünschte ich mir, mit der man hätte Gedanken antreiben können, schneller zu gehen. Andauernd wollten sie stehen bleiben und starren auf den wundesten Punkt, der dadurch noch wunder wurder.

Martin Walser (Statt etwas oder der letzte Rank)

24.03.2018 – №247

Er war bestürzt über ihre erbärmliche Sprache, ihr kleinliches Wesen, ihre Gehässigkeit, ihre Falschheit.

Gustave Flaubert (Erziehung der Gefühle)

24.03.2018 – №246

Die Dividenden steigen, und die Proletarier fallen.

Rosa Luxemburg

24.03.2018 – №245

Zuerst ignorieren sie dich. Dann lachen sie dich aus. Dann bekämpfen sie dich. Dann hast du gewonnen.

Mahatma Gandhi

17.02.2018 – №244

Ein Buch ist die Differenz zwischen meinem Leben vor der Lektüre und danach.

Jo Lendle (Schriftsteller und Chef des Hanser Verlags)

17.02.2018 – №243

Das Leben der Insekten ähnelt dem unsrigen insofern: Man hat kaum mit jemanden Bekanntschaft geschlossen, schon gibt es einen Sieger und einen Besiegten.

Nicolas Bouvier (Skorpionfisch)

17.02.2018 – №242

Es gibt Sünden- und Tugendböcke; außerdem gibt es Schafe, die ihrer bedürfen.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

18.01.2018 – №241

Wenn wir einmal zwei oder drei Jahre keine Niederlage erleben sollten, bedeutet das nichts anderes, als dass wir uns in höchster Gefahr befinden.

Alberto Alessi (Designer)

18.01.2018 – №240

Trauer ist, genau wie Schmerz, nur dann real, wenn man sie selbst durchlebt.

John Banville (Die blaue Gitarre)

18.01.2018 – №239

Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.

Karl Kraus

30.12.2017 – №238

Bedeutung! Ist das etwa nichts, mein Herr? Die Ehrfurcht der Dummköpfe, das Staunen der Kinder, der Neid der Reichen, die Verachtung der Weisen.

Stendhal (Rot und Schwarz)

30.12.2017 – №237

Mein größter Wunsch ist, unabhängig von mir zu sein.

Monsieur Peter

30.12.2017 – №236

Über den größten Teil der Weltgeschichte hinweg waren 99,9 Prozent der insgesamt recht kleinen Menschheit arm und untergewichtig, aber gut fürs Klima.

Marlen Hobrack (Habenwollen fürs Weltklima)

16.12.2017 – №235

Ich hoffe mehr, als ich will.

Martin Walser (Statt etwas oder der letzte Rank)

16.12.2017 – №234

Wie jeder werde ich durch Zustimmung schön.

Martin Walser (Statt etwas oder der letzte Rank)

16.12.2017 – №233

Man freut sich, verurteilen zu können, und kann das natürlich leichter, wenn der, um den es sich handelt, nicht da ist.

Martin Walser (Statt etwas oder der letzte Rank)

16.12.2017 – №232

Leicht wird ein kleines Feuer ausgetreten, das, erst geduldet, Flüsse nicht mehr löschen.

William Shakespeare (König Heinrich VI 3. Teil)

11.11.2017 – №231

Ich werde es dem Leben nicht leicht machen, es mir schwer zu machen.

Saskia Jungnikl

11.11.2017 – №230

Sag Wahrheit ganz, doch sag sie schräg – Erfolg liegt im Umkreisen. Zu strahlend tagt der Wahrheit Schock unserem Begreifen. Wie Blitz durch freundliche Erklärung gelindert wird dem Kind muss Wahrheit sachte blenden, sonst würde jeder blind.

Emily Dickinson (Sämtliche Gedichte in der Übersetzung von Gunhild Kübler)

1.11.2017 – №229

So hat der hellste Tag manchmal Gewölk, dem Sommer folgt der kahle Winter stets mit seinem grimm’gen bitterlichen Frost: So strömt Freud und Leid, wie Zeiten wandeln.

William Shakespeare (König Heinrich VI 2. Teil)

1.11.2017 – №228

Der Schlaf hat praktisch nie richtig Lust auf mich, er verlässt mich sehr schnell um Mitternacht, nachdem er mich den ganzen Abend bedrängt hat.

Mathias Enard (Kompass)

01.11.2017 – №227

Rot ist die Rose und blau der Saphir, Gott gab mir Schönheit, und wie geht es dir?

Joe Brainard (Ich erinnere mich)

07.10.2017 – №226

Nur nicht gleich sachlich werden! Es geht ja auch persönlich.

Anton Kuh

07.10.2017 – №225

…diese Schmetterlinge aus Wörtern, die ich sammle.

Mathias Enard (Kompass)

07.10.2017 – №224

Ungenügsamkeit und Hässlichkeit scheint das Schlimmste, was man Frauen vorwerfen kann.

Margarete Stokowski (Zeit N° 43 Oktober 2016)

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28.08.2017 – №223

Ich habe meinen Ehrgeiz vor langer Zeit abgelegt und beschlossen, dass es für mich entschieden besser ist, genau das zu bleiben was ich bin.

Monsieur Peter

28.08.2017 – №222

Kunst geht nach Brot; so verhält es sich bisweilen auch mit der Gesinnung.

Abgewandelter Ephraim Lessing (Emilia Galotti)

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12.08.2017 – №221

In Ermangelung von Sorgen schuf ich mir indessen welche, wie dies eben alle Menschen tun.

Heimito von Doderer (Die Dämonen)

12.08.2017 – №220

(12.08.2017) Ich sag‘ immer: optisch wie ein Model, Charakter von einer Dicken!

Marko in der Bachelorette

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12.08.2017 – №219

Neuigkeiten müssen erst mit uns schlafen, um es recht eigentlich zu werden, die guten wie die schlechten.

Heimito von Doderer (Die Dämonen)

16.07.2017 – №218

Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst – aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.

Elias Canetti

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16.07.2017 – №217

Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit, als wie die Wut.

Wendelin Schmidt-Dengler

16.07.2017 – №216

Mein eigentliches Werk besteht, allen Ernstes, nicht aus Prosa oder Vers: sondern in der Erkenntnis meiner Dummheit.

Heimito von Doderer

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20.06.2017 – №215

Glück ist auch wenn es schlechter gehen könnte.

Franz Schuh

20.06.2017 – №214

Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die so gut ist, dass keine Hoffnungen auf ein Leben nach dem Tod aufgespart werden müssen.

Anna Weidenholzer (Weshalb die Herren Seesterne tragen)

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20.06.2017 – №213

Jeder, im ablaufenden Leben, setzt Handlungen, deren Folgen er nicht mehr kennen lernt. (…)

Heimito von Doderer

18.05.2017 – №212

Man soll nicht mit den Wölfen heulen, wenn man keiner ist.

Eduard Korrodi

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18.05.2017 – №211

Der Tag, an dem ein Mensch einsieht, er werde nie und nimmer alles wissen, ist ein Trauertrag (wie auch der Tag, an dem ihm plötzlich klar wird, daß der Tod ihn ganz ebenso angeht, wie alle anderen Menschen). Dann kommt der Tag, wo ihm der Verdacht aufsteigt, er könne nicht einmal sehr vieles wissen – und schließlich der Herbstabend, an dem es sich herausstellt, er habe das wenige, das er zu wissen meinte, nie besonders gut gewußt.

Julien Green (Tagebücher)

18.05.2017 – №210

Sei genügsam und frei.

Benjamin Franklin

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04.04.2017 – №209

Gebildet ist der Mensch der vermag das Eigene hochzuschätzen ohne die anderen abzuwerten, das Eigene abzuwerten und die anderen hochzuhalten geht ebenfalls nicht.

Franz Schuh

04.04.2017 – №208

(…) sondern er fühlte sich bloß nicht mehr verstrickt, und voll einer herrlichen Leichtheit, die ihn zum Sultan seiner Existenz machte.

Robert Musil (Drei Frauen)

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In Erinnerung an meinen heute verstorbenen Vater notiert:

15.03.2017 – №207

Es waren verständige, geistreiche, lebhafte Menschen, die wohl einsahen, dass die Summe unserer Existenz durch Vernunft dividiert, niemals rein aufgehe, sondern dass immer ein wunderlicher Bruch übrigbliebe.

Johann Wolfgang Goethe (Wilhelm Meisters Lehrjahre).

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15.03.2017 – №206

An den Trieben des Überflusses blüht die gleiche Blume wie an denen des Elends: die Krankheit.

Ivo Andric (Wesire und Konsuln)

15.03.2017 – №205

Alles ist viel für den, der wenig will.

Jakobus Cornelis Bloem

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09.02.2017 – №204

(…) denn von schlecht angelegten Wünschen kann man keinen besseren Gewinn erwarten.

Cervantes (Don Quijote von der Mancha)

09.02.2017 – №203

Ein Gestern kommt nicht mehr zurück, das Morgen wird Verschlechterungen bringen, konzentriere dich also auf das Heute.

Pieter Steinz (Der Sinn des Lesens)

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09.02.2017 – №202

Gelobt sei die Klinge, die über uns schwebt. Sie schärft die Existenzen, macht glänzen, was lebt.

Helmut Krausser (Verstand und Kürzungen)

06.01.2017 – №201

Wenn du leiden musst, sieh zu, dass du bequem leidest.

(Unbekannt)

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06.01.2017 – №200

Wir ertrinken im Reichtum des Möglichen. Vor lauter möglich vergessen wir aufs Schwimmen, aufs Weglassen, aufs Entscheiden.

Monsieur Peter

06.01.2017 – №199

Auch dem Laster des Vergleichens sollte man nicht nachgeben, damit der Garten der getroffenen Auswahl unter den vielen anderen, die noch prächtiger oder besser gepflegt scheinen, sich nicht verringert.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

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06.01.2017 – №198

(06.01.2017) Ideale haben merkwürdige Eigenschaften und darunter auch die, daß sie in ihren Widersinn umschlagen, wenn man sie genau befolgen will.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften I)

04.12.2016 – №197

Fasten, studieren, keine Frauen sehen: klarer Verrat am Königtum der Jugend.

William Shakespeare (Liebes Leid und Lust)

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04.12.2016 – №196

Es gibt kein Verlangen nach dem, was man nicht kennt.

Peter Sloterdijk  (Zeilen und Tage)

04.12.2016 – №195

Vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben war sie bei Menschen, deren Phantasie nicht in einem kleinen dunklen Zimmer ohne Fenster wohnte (…).

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

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20.11.2016 – №194

Man hätte eine Sonne werden sollen, und ist ein Sparbuch geworden.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

20.11.2016 – №193

Der Schmerz ist ein machtvoller Veränderer der Wirklichkeit wie der Rausch.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

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19.10.2016 – №192

Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.

Bert Brecht

19.10.2016 – №191

Das Bedürfnis, recht zu haben, Kennzeichen eines gewöhnlichen Geistes.

Albert Camus (Tagebuch)

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17.10.2016 – №190

Während die Dinge geschehen, merkt man ihnen oft nicht an, dass sie schicksalnotwendig sind.

Vladimir Nabokov (Lolita)

17.10.2016 – №189

Als erwachsen darf gelten, wer auf sich selber nicht mehr hereinfällt.

Heimito von Doderer

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17.10.2016 – №188

Noch immer kaufe ich Bücher schneller, als ich sie lesen kann. Doch das kommt mir vollkommen normal vor: Es wäre sehr sonderbar, nur so viele Bücher um sich zu haben, wie man in seiner verbleibenden Lebenszeit noch lesen kann.

Julien Barnes (Am Fenster)

02.10.2016 – №187

Das Leben hat abgenommen. In diesem Jahr zum ersten Mal drastisch. Wenn es jedes Jahr so abnähme, reicht es nicht bis zum Achtzigsten.

Martin Walser (Ein sterbender Mann)

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02.10.2016 – №186

Man kann sich den ganzen Tag ärgern, man ist aber nicht dazu verpflichtet.

Unbekannt

02.10.2016 – №185

Ich will allein sein, aber nicht zu sehr. Ich will sein wie die anderen, aber anders.

Jonathan Franzen (Anleitung zum Einsamsein)

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20.08.2016 – №184

Im Zustand der Krankheit merken wir, dass wir nicht allein existieren, sondern an ein Wesen aus einem ganz anderen Reich gefesselt sind, von dem uns Abgründe trennen, das uns nicht kennt und dem wir uns unmöglich verständlich machen können: unseren Körper.  Marcel Proust

20.08.2016 – №183

Das schlimmste Unglück im Gefängnis ist, dass man seine Tür nicht abschließen kann.

Stendhal

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20.08.2016 – №182

Eine Stunde ist nicht nur eine Stunde; sie ist ein mit Düften Tönen, mit Plänen und Klimaten angefülltes Gefäß. Was wir Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Verbindung zwischen diesen Empfindungen und Erinnerungen, die uns gleichzeitig umgeben.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

03.08.2016 – №181

Je mehr man altert desto mehr überzeugt man sich, dass seine heilige Majestät der Zufall gut dreiviertel der Geschäfte dieses miserablen Universums besorgt.

Friedrich der Große

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03.08.2016 – №180

(…) lebte man behaglich und streichelte seine kleinen Sorgen wie gute, gehorsame Haustiere, vor denen man sich im Grunde nicht fürchtete.

Stefan Zweig (Die Welt von gestern)

03.08.2016 – №179

Wenn man mit 16, 17, 18 nicht weiß wie man die Welt retten kann – wann weiß man es dann?

Lotte Tobisch im Ö1 Interview

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03.08.2016 – №178

Das Wesen jedes Leids hat zwanzig Schatten, die aussehen wie das Leid, doch es nicht sind; Das Aug des Kummers, überglast von Tränen, zerteilt ein Ding in viele Gegenstände.

William Shakespeare (König Richard II)

19.06.2016 – №177

Und willst du der Natur der Götter nahn, nah ihnen denn, indem du Gnade übst; Denn gnädig sein gibt echten Adel kund.

William Shakespeare (Titus Andronicus)

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19.06.2016 – №176

Literatur, so glaubte ich, sei die Umwandlung von Erfahrungsstroh in sprachliches Gold.

Jonathan Franzen (Anleitung zum Alleinsein)

19.06.2016 – №175

Ich sage nicht, wir sind nur unsere Zufälle, ich sage einzig, wir sind nicht nur unsere Leistungen sondern auch unsere Zufälle. Und ich füge nur noch außerdem hinzu, wir sind stets mehr unsere Zufälle, unsere Schicksalszufälle, als unsere Leistung.

Udo Marquardt (Apologie des Zufälligen)

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16.05.2016 – №174

Seine Selbstbewusstheit ist selbstgenügsam, was im Extremfall zum Fanatismus führen kann.

Dreyfuss (Alles was leuchtet)

16.05.2016 – №173

Die Seichtheit der eigenen Bildung fürchten.

Vladimir Nabokov

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16.05.2016 – №172

Ihre Karriere war in seinen Augen ein böser Zauber, in dessen Bann sie sechzehn Stunden am Tag arbeitete und keinerlei Privatleben hatte.

Jonathan Franzen (Korrekturen)

24.03.2016 – №171

Ich lebe wie nicht.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

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23.03.2016 – №170

Viel gesehn haben und nichts besitzen, das kommt auf reiche Augen und arme Hände hinaus.

William Shakespeare (Wie es euch gefällt)

24.03.2016 – №169

Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten.

Albert Camus (Der Mythos des Sisyphos)

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12.03.2016 – №168

Die Kinder purzelten herum und kerbten sich Aktenvermerke ihrer Unfälle in die Schienbeine, die vollständige kleine Unglückskalender waren.

Charles Dickens (Bleak House)

11.02.2016 – №167

Er sah ein, dass postkoitale Entscheidungen weit realistischer waren als präkoitale.

Jonathan Franzen (Freiheit)

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11.02.2016 – №166

Tod ist Exil vom Körper, Exil von allem.

Siri Hustvedt (Die gleissende Welt)

11.02.2016 – №165

Ich bin von der Welt weder übersättigt noch ermattet, und hundert Leben, das weiß ich nur zu gut, würden mich nicht müde machen.

Claude Lanzmann

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16.01.2016 – №164

Könnt‘ ich zum Fehler eine Lüge fügen, so würd‘ ich’s leugnen.

William Shakespeare (Der Kaufmann von Venedig)

16.01.2016 – №163

Man soll Götzen nicht anfassen: das Gold bleibt an den Fingern kleben.

William Shakespeare (Der Kaufmann von Venedig)

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16.01.2016 – №162

Seine Gefühle regten sich nun pünktlich; er umarmte sie zu festen Zeiten. Es war eine Gewohnheit unter anderen, so etwas wie ein im voraus eingeplantes Dessert nach der Monotonie des Abendessens.

Gustave Flaubert (Madame Bovary)

16.01.2016 – №161

Ich habe gerade noch die Kraft zu rauchen.

Gustave Flaubert an seinen Freund Chevalier.

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12.12.2015 – №160

(…) seine Zuneigungen waren mit der Zeit gewachsen, gleich Efeu, und machten keinen Anspruch auf Tauglichkeit des Objekts.

R.L.Stevenson (Dr. Jekyll und Mr. Hyde)

12.12.2015 – №159

Luxus ist ein Bruch mit den Vorstellungen vom Passenden, Zweckmäßigen und Angemessenen.

Lambert Wiesing (Luxus)

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12.12.2015 – №158

Krankheit erkannte ich, zieht ähnlich wie Liebe oder Hass alles an sich, sie verwandelt alles in sich selbst.

Tim Parks (Die Kunst stillzusitzen)

12.12.2015 – №157

Wer kann sich wohlbefinden, wer auf die Achtungsbezeugungen und Auszeichnungen der Welt Wert legt?

Robert Walser (Jakob von Gunten)

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15.11.2015 – №156

Man muss verstehen, die Früchte seiner Niederlagen zu ernten.

Otto Stoessl

15.11.2015 – №155

Dir wünsch‘ ich, was dein eigener Wunsch erfleht.

William Shakespeare (Liebes Leid und Lust)

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15.11.2015 – №154

(…) die Liebenswürdigkeit, die im Urteil des Mannes zum Wert der Frau so entscheidend beiträgt, dass er zwar machnmal liebt, wo sie fehlt, das aber nie glauben würde.

Jane Austen (Mansfield Park)

15.11.2015 – №153

Wie arm, (…) meine Schönheit sei, braucht sie doch nicht der Schminke eures Lobes. Schönheit wird nur vom Kennerblick gekauft, nicht angebracht durch des Verkäufers Prahlen.

William Shakespeare (Liebes Leid und Lust)

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10.10.2015 – №152

Ist der gemeine Mann nicht dafür geschaffen, an allem zu zweifeln und nichts zu wissen?

Stendhal (Kartause von Parma)

10.10.2015 – №151

Eine Frau von vierzig Jahren bedeutet nur mehr Männern etwas, die sie in ihrer Jugend geliebt haben.

Stendhal (Kartause von Parma)

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10.10.2015 – №150

Nichts mehr konnte ihn reizen, er setzte sein Schiff auf Grund, verbrannte seine Segel, zerbrach sein Schwert und warf sich selbst zum alten Eisen.

Alfred Komarek (Spätlese)

10.10.2015 – №149

Was aber sagt der Midrasch? Ein Rad dreht sich in der Welt – nicht der ist morgen reich, welcher heute reich ist (…)

Israel Zangwill (Der König der Schnorrer)

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04.09.2015 – №148

Reden können ist nicht ein Mittel der Gedanken, sondern ein Kapital, ein imponierender Schmuck.

Roberte Musil (Tonka)

04.09.2015 – №147

Kleiner Geist und großer Ehrgeiz, wenig Skrupel und große Armut, denn wir haben viele Laster.

Stendhal (Die Kartause von Parma)

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04.09.2015 – №146

Du wirst zugeben, daß die menschliche Freiheit hauptsächlich darin liegt, wo und wann man etwas tut, denn was die Menschen tun, ist fast immer das Gleiche. (…)

Robert Musil (Die Amsel)

04.09.2015 – №145

Auch die Genies des glückhaft gelebten Moments sehen sich in der Falle der Zeit gefangen.

Markus Gasser (Das Buch der Bücher für die Insel)

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04.09.2015 – №144

Wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen! Wie heilten Wunden, als nur nach und nach ?

William Shakespeare (Othello)

22.07.2015 – №143

Ich glaub, Ihr denket jetzt, was Ihr gesprochen, doch ein Entschluß wird oft von uns gebrochen. Der Vorsatz ist ja der Erinn’rung Knecht, stark von Geburt, doch bald durch Zeit geschwächt.

William Shakespeare (Hamlet)

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22.07.2015 – №142

Denn der  Menschenschlag, dem ich mich zurechne, leidet mehr oder weniger ständig darunter, nicht genug zu lesen. Leidet vom Lesen geradezu „abgehalten“ zu werden durch das Leben.

Ina Hartwig (Das Geheimfach ist offen)

22.07.2015 – №141

Die Bosheit wird durch Tat erst ganz gestaltet.

William Shakespeare (Othello)

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22.07.2015 – №140

(…) zuletzt reiste er nach Ägypten (…), nahm eine Handvoll Sand auf, ließ sie ein kleines Stück weiter entfernt wieder fallen und sagte ganz leise vor sich hin: „Jetzt habe ich die Sahara verändert“.

Markus Gasser über Jorge Luis Borges

22.07.2015 – №139

Die Skepsis zur Lebensphilosophie zu erheben ist, als wählte man den Stillstand zum Transportmittel.

Yann Martel (Life of Pi)

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22.07.2015 – №138

(…) denn das Leben entflieht, darum zeige dich nicht so wählerisch gegen das Glück, das sich bietet und genieße es schnell.

Stendhal

23.05.2015 – №137

Langweilst du dich auch so wie mich?

Unbekannt (Spruch auf T-Shirt)

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23.05.2015 – №136

Von allen Wundern, die ich je gehört, scheint mir das größte, dass sich Menschen fürchten, da sie doch sehn, der Tod, das Schicksal aller kommt, wann er kommen soll.

William Shakespeare (Julius Cäsar)

23.05.2015 – №135

Er ist ein angebundenes Tier, das so tut, als möchte es frei sein, während es mit Genuss die Gefangenenkost frisst.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

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23.05.2015 – №134

Mindestens ein Vogel auf geheiztem Ast will er sein, ganz geschützt und frei.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

29.03.2015 – №133

Die Tiere, die Pflanzen, die Götter und das Denken – sie sind alle keine Freunde des Menschen.

Botho Strauß (Paare Passanten)

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29.03.2015 – №132

Wenn es um unser eigenes Leben geht, sind wir alle Amateure.

Julien Barnes

29.03.2015 – №131

Aber viel Wahres für die ganze Wahrheit zu halten kann gefährlicher sein als eine Lüge.

Mark Rowlands (Der Läufer und der Wolf)

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28.02.2015 – №130

Die Musik, welche in dem dunkelnden Raum die Augen der Menschen wie Lichter anzündete, und die Körper wie Rauch durcheinander blies, hatte wieder begonnen.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

28.02.2015 – №129

Der Geschmack an einer Frucht sitzt manchmal schon in den Fingerspitzen.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

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28.02.2015 – №128

Als Summe bin ich gesund, mag ich selbst als Winkel krank sein.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

28.02.2015 – №127

Wie tief die Kluft doch war zwischen dem was man brauchte, und dem was man wollte (…)

T.C.Boyle (Hart auf Hart)

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28.02.2015 – №126

Das große Leiden haust in den tausend nichtssagenden Leidern.

Botho Strauss (Paare Passanten)

10.01.2015 – №125

Ein guter Mensch hat liebenswerte Fehler, und an einem bösen sind sogar die Tugenden schlecht.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

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10.01.2015 – №124

(…) ein Volk kann nicht wahnsinnig sein (…). Es gibt nur persönlichen Wahnsinn. Wenn alle wahnsinnig sind, sind sie eben die Gesunden.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

10.01.2015 – №123

Man muss an seinem Vergehen mit Methode arbeiten, wie man ja auch beim Werden sich ins Zeug legen musste.

Botho Strauss (Herkunft)

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21.12.2014 – №122

Was ist das Schicksal?   Der „in Notwendigkeit eingeschweißte Zufall“.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

21.12.2014 – №121

Erinnerung ist das eine. Akute Damaligkeit etwas ganz anderes. Sie gewährt nur der Traum.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

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21.12.2014 – №120

Die Ernte wächst, und ihr Gehalt vermindert sich; als ob die Früchte nach Schatten schmeckten, wenn all Äste voll sind.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

08.12.2014 – №119

Pflicht ist, was die Menschheit in richtiger Selbsterkenntnis gegen ihre eigene Schwäche aufgerichtet hat.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

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08.12.2014 – №118

Glücklich und beruhigt hängen sie noch an dürrem Zweig, fühlen sich wohl und reif, ohne auch nur zu ahnen, dass sie bereits zu fallen bestimmt sind.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

08.12.2014 – №117

Pünktlich wie ein guttrainierter Schreckensabonnent schalte ich am Frühabend die Fernsehnachrichten ein.

Wilhelm Genazino (Leise singende Frauen)

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27.11.2014 – №116

(…) wo sogenannte Therapien wie die Geier über den Übeln kreisen und sich an verdorbenen „Beziehungen“ und ähnlichem Unrat laben.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

27.11.2014 – №115

Bist du zu feige, derselbe Mann zu sein in Tat und Mut, der du im Wünschen bist?

William Shakespeare (Macbeth)

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27.11.2014 – №114

Es ist schade, dass ich nicht musikalisch bin – ich hätte viel Schönes über die Musik sagen können.

Kuno Fischer (Philosoph)

04.11.2014 – №113

Zerlumptes Kleid bringt kleinen Fehl ans Licht, Talar und Pelz birgt alles. Hüll‘ in Gold die Sünde,- der starke Speer des Rechts bricht harmlos ab.

William Shakespeare (King Lear)

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04.11.2014 – №112

Trau keinem, der dir zuhört! Er denkt sich nur seinen Teil!

Botho Strauss (Lichter des Toren)

04.11.2014 – №111

Die Schrift (…) will immer Haftfläche sein. Klebestreifen für die Fliegen des Geistes.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

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04.11.2014 – №110

Jeder ist seiner Unwissenheit Schmied…

Botho Strauss (Lichter des Toren)

20.09.2014 – №109

Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung denn für ihn.

Isabelle Eberhardt (Sandmeere)

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20.09.2014 – №108

…endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb „Zuhause“ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere, das Zuhause der Wiederholungen.

Roger Willemsen (Die Enden der Welt)

20.09.2014 – №107

Wenn Sie sich etwas von der Zukunft wünschen dürften, dann wäre es wohl die Vergangenheit.

Stefan Zweig an Richard Strauss

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20.09.2014 – №106

Ich habe von Ihnen vielleicht mehr gelernt, als man lernen darf, wenn man noch selbstständig bleiben will.

Arnold Schönberg an Karl Kraus (in einer Widmung)

20.09.2014 – №105

Dulden muss der Mensch sein Scheiden aus der Welt, wie seine Ankunft: Reif sein ist alles.

William Shakespeare (King Lear)

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20.09.2014 – №104

Die Götter sind gerecht: aus unsern Lüsten erschaffen sie das Werkzeug, uns zu geißeln.

William Shakespeare (King Lear)

04.08.2014 – №103

Und das Reisen? Haben Sie es verlernt? Ich nicht, wahrhaftig nicht, ich habe so eine Unrast überallhin zu fahren, alles zu sehen und zu genießen, habe Angst vor dem Alter, daß ich dies – meinen liebsten Besitz – einmal verlieren könnte in Mattigkeit und Faulheit.

Stefan Zweig in einem Brief an Hermann Hesse

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21.06.2014 – №102

Ich kann ja nicht, weil das Erwünschte so unwahrscheinlich klingt, so tun, als hätte ich andere Wünsche.

Jurek Becker im Gespräch mit Volker Hage (Kritik für Leser)

21.06.2014 – №101

So oft er in die Situation gekommen war, eine Meinung vorzutragen, habe er stets (…) die von den anderen erwartete gewählt.

Jurek Becker (Schlaflose Tage)

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21.06.2014 – №100

Die Schönheit des Mannes ist nur ein sekundäres Geschlechtsmerkmal (…) Primär erregend ist an ihm die Hoffnung auf seinen Erfolg.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

24.05.2014 – №99

Manchmal sind die Vorsätze gut, aber der Sündenfall ist besser.

Alfred Komarek (Anstiftung zum Innehalten)

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24.05.2014 – №98

Ganz gleich worum es geht, wir wollen es haben, es sei denn, es tut wirklich weh, verpflichtet oder zwingt zum Nachdecken.

Alfred Komarek (Anstiftung zum Innehalten)

24.05.2014 – №97

Ideale haben merkwürdige Eigenschaften und darunter auch die, dass sie in ihren Widersinn umschlagen, wenn man sie genau befolgen will.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

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24.05.2014 – №96

Es ist so einfach Tatkraft zu haben, und so schwierig, einen Tatsinn zu suchen.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

06.01.2014 – №95

(…) Dass er ist wie alle anderen und doch anders angesehen werden will als alle anderen. Auch darin ist er wie alle.

Martin Walser (Meßmers Reisen)

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06.01.2014 – №94

Geld für drei Monate und das ganze Leben vor mir. Nun ist es an mir, ihm (dem Leben) ein Angebot zu machen.

Nicolas Bouvier (Skorpionfisch)

06.01.2014 – №93

Manieren sind das Parfüm das uns vergessen lässt, dass wir stinken.

Prinz Asserate

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21.12.2013 – №92

(…) Ich bin so müd von diesem bisschen Leben und habe nicht die Ruhe, auszuruhen.

Mascha Kaleko (Ohne Überschrift)

21.12.2013 – №91

Leider gehörte sie zu den Leuten, die anderen zur Last und sich selbst zur Qual werden, weil ihr Leben davon beherrscht ist, was sein „sollte“.

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

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21.12.2013 – №90

Möglichkeit war kein Sack und keine Kiste, die sich ein für alle Mal verschließen ließ.

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

21.12.2013 – №89

(…) von Liebe gestützt, kann jede Seidenpapieridentität dastehen wie ein Fels in der Brandung.

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

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21.12.2013 – №88

Die Sehnsucht wird immer groß sein, größer als die Befriedigung durch das Erreichen des Ersehnten. Ich würde einen Atlas heute noch jedem Reiseführer vorziehen.

(Judith Schlansky)

01.12.2013 – №87

Pearl S. Buck zufolge hinterlassen manche Menschen eine Lücke, die sie vollwertig ersetzt.

Viktor Vierthaler (Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Bruck)

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25.11.2013 – №86

(…) dann wartete er auf die Stille zwischen den Sätzen, sein einziges Maß der Nähe zu einem anderen Menschen.

Ferdinand von Schirach (Tabu)

23.11.2013 – №85

Es kommt mir mehr und mehr so vor, als wäre die Vergangenheit ein noch viel ungesicherter, weniger verbürgter Ort als die Zukunft.

Joachim Meyerhoff (Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war)

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15.11.2013 – №84

Einzig sein eigener Tod, denkt er, ist ihm vorbestimmt; schon jetzt ist dieses Ereignis in die Zukunft eingeschrieben, es fehlen ihm nur noch die Koordinaten desselben, die Justierung in Raum und Zeit.

Christian Kracht (Imperium)

15.11.2013 – №83

Stark strahle es noch aus der Vergangenheit herauf, die in Wirklichkeit ewig andauert, während sich andererseits die Gegenwart innerhalb von Sekundenbruchteilen selber auffrißt.

Christian Kracht (Imperium)

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07.11.2013 – №82

Der Suchbefehl „ICH“ kann zu giftigen Funden führen.

Matthias Dusini (Falter 41/13 Buchbesprechung „Versuch über den Pilznarren“)

07.11.2013 – №81

Erst hier zeigte sich, daß er doch wie kaum jemand sich erhaben geglaubt hatte über alles Eingefleischte, genauso davon besessen gewesen war wie die andern: wie sie bestand er durch und durch aus Gewohnheiten (…)

Peter Handke (Kindergeschichte)

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03.11.2013 – №80

Die Tiere sind kurz angebunden mit ihrer Lust und Unlust, nämlich an den Pflock des Augenblickes und deshalb weder schwermütig noch überdrüssig.

Friedrich Nietzsche (Unzeitgemässe Betrachtungen – Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben)

03.11.2013 – №79

Der Zuwachs an Erfahrung zeigt mir meine Mängel nur noch deutlicher. Das Wissen macht mich nicht mutiger, im Gegenteil, es bedrückt mich.

Erri de Luca (Die Krümmung des Horizonts)

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24.10.2013 – №78

Er nahm Ratschläge von jedem an, der ihm sagte, was er gerne hören wollte.

William Bowman (Die Besteigung des RumDoodle)

13.10.2013 – №77

Beide gaben den wechselnd stimulierenden und betäubenden Einfluß des heterosexuellen Magnetismus zu.

James Joyce (Ulysses)

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13.10.2013 – №76

Was waren, auf ihre einfachste wechselseitige Form reduziert, Blooms Gedanken über Stephens Gedanken über Bloom und Blooms Gedanken über Stephens Gedanken über Blooms Gedanken über Stephan? Er dachte, er dächte, er wäre Jude, wohingegen er wußte, daß er wußte, daß er’s nicht war.

James Joyce (Ulysses)

13.10.2013 – №75

Wenn sie auch nicht alles mit gleichen Augen betrachteten, war doch irgendwie eine gewisse Analogie vorhanden, sowie wenn ihr beider Geist sozusagen im gleichen Gedankenzug reiste.

James Joyce (Ulysses)

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29.08.2013 – №74

Man kann einen Kuchen nicht essen, ohne dass er dann weg ist.

James Joyce (Ulysses)

29.08.2013 – №73

Nach Gott hat Shakespeare am meisten geschaffen.

James Joyce (Ulysses)

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29.08.2013 – №72

Jedes Leben besteht aus vielen Tagen, immer einer nach dem andern. Wir schreiten durch uns selbst dahin, Räubern begegnend, Geistern, Riesen, alten Männern, jungen Männern, Weibern, Witwen, warmen Brüdern. Doch immer imgrunde uns selbst.

James Joyce (Ulysses)

25.08.2013 – №71

Das Bewusstsein, dass jeder Sinn eine Konstruktion, ein Entwurf ist…

Adam Soboczynski (Zeit online am 23.10.2013)

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13.08.2013 – №70

Unsere Seelen, schamverwundet von unseren Sünden, klammern sich um so mehr an uns, wie eine Frau sich klammert an ihren Geliebten, je mehr desto mehr.

James Joyce (Ulysses)

23.07.2013 – №69

Wenn ich im Leben je ins Politisieren gekommen bin, wusste ich genau, ich hab jetzt eine Schwelle überschritten zur Idiotie.

Peter Handke (Interview „Die Zeit“ No. 19 v. 3.5.2012)

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23.07.2013 – №68

Wenn ein Gedanke zu gerade ist, ist er nichts für mich.

Luc Bondy (Interview „Die Zeit“ No. 19 v. 3.5.2012)

12.05.2013 – №67

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft; wie sie sich zueinander verhalten, wie sie miteinander verflochten sind, das bestimmt dein Gemüt. Deine Zukunft sollte noch Ungewissheit in sich tragen, deine Gegenwart sollte nicht vollständig von der Vergangenheit besetzt sein.

Connie Palmen (Logbuch eines unbarmherzigen Jahres)

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12.05.2013 – №66

Bei dem Tod, dem ein Krankenbett vorangeht, setzt die Trauer im Leben ein.

Connie Palmen (Logbuch eines unbarmherzigen Jahres)

12.05.2013 – №65

Ich habe Ansprüche an das Leben, für die ich ungenügend ausgerüstet bin. Muss die Ausrüstung normativ sein oder die Ansprüche?

Connie Palmen (Logbuch eines unbarmherzigen Jahres)

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12.05.2013 – №64

Manche Fragen sind so gut, dass es schade wäre, sie durch eine Antwort zu verderben.

Harry Mulisch

12.05.2013 – №63

…denn meine Veranlagung ist ja die, alles total anzugehen und ebenso total durchzuhalten und zu Ende zu führen, das ist, müssen Sie wissen, mein eigentliches Unglück, sagte er.

Thomas Bernhard (Alte Meister)

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12.05.2013 – №62

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die die Gegenwart genießen, das ist es, ich gehöre zu diesen Unglücklichen, die die Vergangenheit genießen…

Thomas Bernhard (Alte Meister)

09.05.2013 – №61

Durch die Eisenbahn wird Raum getötet, und es bleibt nur noch die Zeit übrig.

Heinrich Heine

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09.03.2013 – №60

Die Inspiration der Müdigkeit sagt weniger, was zu tun ist, als was gelassen werden kann.

Peter Handke (Versuch über die Müdigkeit)

07.02.2013 – №59

Bedenkt: Den eigenen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

Mascha Kaleko (Memento)

07.02.2013 – №58

Oh Röslein auf der Heide, dich brach die Kraftdurchfreude.

Mascha Kaleko (Emigrantenmonolog)

07.01.2013 – №57

Neue Vorhänge im Kinderzimmer, neue Matratzen im Schlafzimmer, neue Farben an den Wänden im Flur, fünfzig Prozent Rabatt, das ist das Glück.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

07.01.2013 – №56

Das aufrührerische Korn denkt, es verändert die Mühle, wenn es sich von ihr zermahlen lässt.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

07.01.2013 – №55

Ich hätte es als einen privaten Freiheitsbeweis verbuchen können, wäre es mir gelungen, vom pathologischen Widerwillen zum interesselosen Mißfallen zurückzukehren.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

07.01.2013 – №54

…und die Musik reichte in mich hinunter wie ein langer Löffel und rührte und rührte.

Janet Frame (Ein Engel an meiner Tafel)

07.01.2013 – №53

...wenn wir gewahr werden, dass die Einheit, nach der wir messen, einzigartig ist, dass sie keinem anderen ins Herz geprägt ist und niemals geteilt werden kann.

Janet Frame

05.12.2012 – №52

…den Wert ihres Besitzes mit dem Preis verwechselt, den mein Verlangen angesetzt hatte.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

05.12.2012 – №51

Die Zeit verleiht ungeahnte Rechte zu ihrer Bearbeitung und Neubearbeitung, bis sie zur vergangenen Zeit wird.

Janet Frame (Ein Engel an meiner Tafel)

05.12.2012 – №50

Wenn man nicht glücklich gewesen wäre, und sei es auch nur durch die Hoffnung, würde einen das Unglück ohne Grausamkeit und damit fruchtlos treffen.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

05.12.2012 – №49

Was das Glück anbelangt, so dient es fast nur einem nützlichen Zweck: das Unglück möglich zu machen.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

05.12.2012 – №48

Denn das Glück ist einzig heilsam für den Körper; die Kräfte des Geistes jedoch bringt der Kummer zu Entfaltung.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

05.12.2012 – №47

Natürlich haben die Dinge nicht von sich aus Macht; da wir selbst vielmehr diejenigen sind, die sie mit Macht begaben (…)

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

05.08.2011 – №46

Doch kann man einen Zauber nicht von einem Gefäß in ein anderes umfüllen, Erinnerungen lassen sich nicht teilen (…)

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

05.08.2011 – №45

…die Ekstase ist immer zu viel, die Dauer dagegen das Richtige.

Peter Handke (Gedicht an die Dauer)

05.08.2011 – №44

Da ich ein Mensch war, eines jener amphibischen Lebewesen, die zugleich in der Vergangenheit und in der gegenwärtigen Welt hausen…

Marcel Proust (Die Flüchtige)

05.07.2011 – №43

…dass jeder Einzelne von uns, die wir durch den Fluss der Zeit waten, irgendwann von der Strömung weggerissen wird – kurz, dass wir alle gehen.

John Green (Eine wie Alaska)

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05.07.2011 – №42

…denn unsere Gewohnheiten folgen uns selbst dahin, wo sie uns zu gar nichts nütze sind.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

05.07.2011 – №41

Da es aber mit dem Kummer wie mit dem Verlangen nach Frauen ist, das man vergrößert, indem man daran denkt, würden uns durch den Umstand, viel zu tun zu haben, zwei Dinge leichter fallen: Keuschheit und Vergessen.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

05.07.2011 – №40

Gilberte erschien mir wie jene Länder, mit denen man kein Bündnis zu schließen wagt, weil sie allzuoft die Regierung wechseln.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

05.07.2011 – №39

Von einem gewissen Grad der Schwäche an, ob diese nun durch Alter oder Krankheit verursacht ist, wird jedes Vergnügen, das auf Kosten des Schlafes geht oder sich auch nur außerhalb unserer Gewohnheiten abspielt, wird jede Regelwiedrigkeit zu einer Last.

Marcel Proust (Sodom und Gomorrha)

05.07.2011 – №38

Wir sind ein Faden, und wir wollen das Gewebe erkennen.

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

05.07.2011 – №37

(…) ihr Kopf wurde breiter. Sie waren stolz, über so  große Dinge nachzudenken

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

 

05.07.2011 – №36

(...) aber das bedeutet, die Dämmerung nicht zu begreifen und nur Mittag oder Mitternacht zu wollen.

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

05.07.2011 – №35

Prämissen können falsch sein, die Folgerungen (in der Praxis) aber wunderbar.

Gustave Flaubert  ( Bouvard und Pecuchet)

05.07.2011 – №34

Da ist das Buch der geistige Steinbruch für den Regisseur.

Michael Haneke (Gespräch im Falter 37/12)

05.07.2011 – №33

(…) aber das Wohl der Menschheit ist für den einzelnen kein Trost.

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

 

03.06.2011 – №32

(…) man träume den Traum des Lebens immer noch am besten in einer Bibliothek.

Marcel Proust (Die Gefangene)

03.06.2011 – №31

(…) daß auf einen schlechten Ruf, der ungerechtfertigt ist, Hunderte von guten kommen, die es nicht weniger sind.

Marcel Proust (Die Gefangene)

03.06.2011 – №30

Der Irrtum ist aber hartnäckiger als der Glaube und überprüft seine Glaubenssätze nicht.

Marcel Proust (Die Gefangene)

03.06.2011 – №29

Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt (…), aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem.

John Green (Das Schicksal ist ein mieser Verräter)

03.06.2011 – №28

Es ist merkwürdig, wenn man unter Passionierten als zu leidenschaftlich gilt.

Trojanow Ilja (Eistau)

03.06.2011 – №27

Ein Mann ist reich im Verhältnis zur Zahl der Dinge, auf die er verzichten kann.

H.D. Thoreau

05.05.2011 – №26

Moses Pelham hat soviel aus seinen Fehlern gelernt, dass er darüber nachdenkt, noch ein paar zu machen.

Musiker Moses Pelham

05.05.2011 – №25

Der Mensch an und für sich ist gut, aber die Leut‘ sind ein Gsindel.

Nestroy

05.05.2011 – №24

Angst ist ein wichtiger Ratgeber, aber ein lausiger Anführer.

Noam Shpancer

05.05.2011 – №23

Wer es vermag, sich mit den Bergen, die man besteigt auch zu beschäftigen, dem offenbaren sie Einblicke und Einsichten, die “Jägern und Sammlern” verborgen bleiben.

Die beste Möglichkeit ein Gebirge kennenzulernen ist, es ohne Zeit- und Erfolgsdruck zu durchqueren.

Reiner Petek LB 4/95

05.05.2011 – №22

Der Alpinismus ist kein Kampf und kein Kriegszustand.

Kugy Julius

05.05.2011 – №21

Paul Casals, Cellist, übte noch mit 93 Jahren 4 bis 5 Stunden am Tag. Auf die Frage: „Warum“ antwortete er einmal: „Ich habe den Eindruck, ich mache Fortschritte“.

05.05.2011 – №20

…und dann wundern wir uns, dass auch andere die Einsamkeit lieben und dass wir sie mit ihnen teilen müssen.

Samsara ( Forum Gipfeltreffen)

05.05.2011 – №19

Die Welt ist Aas, und die daran festhalten, sind Hunde.

Petrus Valdes

05.05.2011 – №18

Gar nicht krank ist auch nicht gesund.

Karl Valentin

05.04.2011 – №17

Vebi: „Ist denn die Welt noch nicht fertig erschaffen?“

Sira Jon: „Ich dachte, man wäre noch dabei sie zu erschaffen. Haben Sie gehört, dass man fertig ist?“

Halldor Laxness (Am Gletscher)

05.04.2011 – №16

Als der Himmel die Zeit erschuf, hat er genug davon erschaffen.

Mongolische Weisheit

05.04.2011 – №15

Das war unabdingbar für die Entfaltung seines Genies. Die Wunde und der Bogen.

Philip Roth (Exit Ghost)

05.04.2011 – №14

Zur Vollkommenheit fehlt der Perfektion ein gewisser Mangel.

Ö1 Programmzeitschrift April 2011

05.04.2011 – №13

Mit der Wahl seines Ratgebers hat man sich den Rat bereits gewählt.

S. Bucay (Zähl auf mich)

05.04.2011 – №12

Das Wort Bergsport hat mir immer etwas weh getan. Es deutet mir zu sehr auf Oberflächlichkeit. Man suche nicht das Klettergerüst des Berges, man suche seine Seele.

Kugy

05.03.2011 – №11

Wenn du die Kinder ermahnst, so meinst du, dein Amt sei erfüllet. Weißt du, was sie dadurch lernen? Ermahnen mein Freund.

Heinrich Kleist

05.03.2011 – №10

Mit dem Älterwerden fühlt man sich ja oft in Gesellschaft einsam.

Peter Handke

05.03.2011 – №9

Nahe am Knochen schmeckt das Leben am süßesten. Es schützt dich davor, dich zu vertändeln.

H.D. Thoreau (Walden)

05.03.2011 – №8

…sei lieber der Mungo Park (…) deiner eigenen Ströme und Ozeane.

H.D.Thoreau (Walden)

05.03.2011 – №7

Wenn ein Mensch nicht Schritt hält mit seinen Mitmenschen, dann kommt das vielleicht daher, dass er einen anderen Trommler hört. Soll er doch nach der Musik maschieren, die er vernimmt, einerlei aus welcher Ferne und aus welchem Takt.

H.D. Thoreau (Walden)

05.03.2011 – №6

Es kommen tausend, die an den Ästen des Übels hacken, auf einen, der die Wurzel trifft, und vielleicht bewirkt gerade der, der das meiste Geld und die meiste Zeit für die Armen hergibt, durch seine Lebensweise das Elend, das er vergeblich zu lindern strebt.

H.D. Thoreau (Walden)

28.02.2011 – №5

Die Krankheit ist derjenige unter allen Ärzten, auf den man am ehesten hört: Der Güte, dem Wissen gibt man Versprechungen; man gehorcht dem Leiden.

Marcel Proust (Sodom und Gomorrha)

28.02.2011 – №4

Menschen kommen aus dem Staunen nicht heraus, manche nie hinein.

Elfriede Gerstl

28.02.2011 – №3

Ein Baum der fällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst.

Sprichwort aus Tibet

28.02.2011 – №2

 

Ich verfügte über die Sorglosigkeit all derer, die das Glück für dauerhaft halten.

Marcel Proust (Die Gefangene)

28.02.2011 – №1

…es gibt tatsächlich Wesen, für die alles, was einen festen, von anderen feststellbaren Wert besitzt, Vermögen, Erfolg, hohe Stellungen, überhaupt nicht zählt; was sie brauchen, sind Phantome.

Marcel Proust (Sodom und Gomorrha)