Lesefrüchte

Um das eine oder andere gelungene Foto nicht in den digitalen Abgründen der Festplatte der Vergessenheit anheimzugeben, bewahre ich es lieber in dieser Form auf – in Kombination mit einer reifen, saftigen Lesefrucht.

Ob kritisch oder pointiert, philosophisch oder nur lustig, einzig ausschlaggebend für die Auswahl ist mein Lesevergnügen beim Erstlesen. Wie die Tourenbeschreibungen laufend Zuwachs haben werden, wird auch diese Seite regelmäßig um neue Lesefrüchte erweitert. Ernst Jünger meinte über fortdauernde Lektüre:

„Wenn man täglich einige Ziegel zuträgt, kann man nach sechzig oder achtzig Jahren in einem Palast wohnen“.

 

 

(07.10.2017) Nur nicht gleich sachlich werden! Es geht ja auch persönlich.

Anton Kuh

 

 

 

 

(07.10.2017) …diese Schmetterlinge aus Wörtern, die ich sammle.

Mathias Enard (Kompass)

 

 

 

 

(07.10.2017) Ungenügsamkeit und Hässlichkeit scheint das Schlimmste, was man Frauen vorwerfen kann.

Margarete Stokowski (Zeit N° 43 Oktober 2016)

 

 

 

Lesefruechte14_ 081(28.08.2017) Ich habe meinen Ehrgeiz vor langer Zeit abgelegt und beschlossen, dass es für mich entschieden besser ist, genau das zu bleiben was ich bin.

Monsieur Peter

 

 

Lesefruechte14_ 086(28.08.2017) Kunst geht nach Brot; so verhält es sich bisweilen auch mit der Gesinnung.

Abgewandelter Ephraim Lessing (Emilia Galotti)

 

 

 

 

(12.08.2017) In ErmangelLesefruechte14_ 047ung von Sorgen schuf ich mir indessen welche, wie dies eben alle Menschen tun.

Heimito von Doderer (Die Dämonen)

 

 

 

Lesefruechte14_ 067(12.08.2017) Ich sag‘ immer: optisch wie ein Model, Charakter von einer Dicken!

Marko in der Bachelorette

 

 

 

 

 

 

(12.08.2017) Neuigkeiten mLesefruechte14_ 063üssen erst mit uns schlafen, um es recht eigentlich zu werden, die guten wie die schlechten.

Heimito von Doderer (Die Dämonen)

 

 

 

Lesefruechte14_ 090(16.07.2017) Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst – aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.

Elias Canetti

 

 

 

Lesefruechte14_ 091(16.07.2017) Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit, als wie die Wut.

Wendelin Schmidt-Dengler

 

 

 

 

Lesefruechte14_ 012(16.07.2017) Mein eigentliches Werk besteht, allen Ernstes, nicht aus Prosa oder Vers: sondern in der Erkenntnis meiner Dummheit.

Heimito von Doderer

 

 

 

Lesefruechte14_ 046(20.06.2017) Glück ist auch wenn es schlechter gehen könnte.

Franz Schuh

 

 

 

Lesefruechte14_ 041(20.06.2017) Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die so gut ist, dass keine Hoffnungen auf ein Leben nach dem Tod aufgespart werden müssen.

Anna Weidenholzer (Weshalb die Herren Seesterne tragen)

 

 

Lesefruechte14_ 049(20.07.2017) Jeder, im ablaufenden Leben, setzt Handlungen, deren Folgen er nicht mehr kennen lernt. (…)

Heimito von Doderer

 

 

 

Lesefruechte14_ 056(18.05.2017) Man soll nicht mit den Wölfen heulen, wenn man keiner ist.

Eduard Korrodi

 

 

 

 

Lesefruechte14_ 083(18.05.2017) Der Tag, an dem ein Mensch einsieht, er werde nie und nimmer alles wissen, ist ein Trauertrag (wie auch der Tag, an dem ihm plötzlich klar wird, daß der Tod ihn ganz ebenso angeht, wie alle anderen Menschen). Dann kommt der Tag, wo ihm der Verdacht aufsteigt, er könne nicht einmal sehr vieles wissen – und schließlich der Herbstabend, an dem es sich herausstellt, er habe das wenige, das er zu wissen meinte, nie besonders gut gewußt.

Julien Green (Tagebücher)

 

 

Lesefruechte14_ 074(18.05.2017) Sei genügsam und frei.

Benjamin Franklin

 

 

 

 

(04.04.2017) Gebildet ist Lesefruechte14_ 069der Mensch der vermag das Eigene hochzuschätzen ohne die anderen abzuwerten, das Eigene abzuwerten und die anderen hochzuhalten geht ebenfalls nicht.

Franz Schuh

 

 

Lesefruechte14_ 064(04.04.2017) (…) sondern er fühlte sich bloß nicht mehr verstrickt, und voll einer herrlichen Leichtheit, die ihn zum Sultan seiner Existenz machte.

Robert Musil (Drei Frauen)

 

 


 

In Erinnerung an meinen heute verstorbenen Vater notiert:

Lesefruechte14_ 053

(15.03.2017) Es waren verständige, geistreiche, lebhafte Menschen, die wohl einsahen, dass die Summe unserer Existenz durch Vernunft dividiert, niemals rein aufgehe, sondern dass immer ein wunderlicher Bruch übrigbliebe. Johann Wolfgang Goethe (Wilhelm Meisters Lehrjahre).

 


 

 

Lesefruechte14_ 040(15.03.2017) An den Trieben des Überflusses blüht die gleiche Blume wie an denen des Elends: die Krankheit.

Ivo Andric (Wesire und Konsuln)

 

 

 

Lesefruechte14_ 009(15.03.2017) Alles ist viel für den, der wenig will.

Jakobus Cornelis Bloem

 

 

 

Lesefruechte14_ 075(09.02.2017) (…) denn von schlecht angelegten Wünschen kann man keinen besseren Gewinn erwarten.

Cervantes (Don Quijote von der Mancha)

 

 

Lesefruechte14_ 070(09.02.2017) Ein Gestern kommt nicht mehr zurück, das Morgen wird Verschlechterungen bringen, konzentriere dich also auf das Heute.

Pieter Steinz (Der Sinn des Lesens)

 

 

 

Lesefruechte14_ 018(09.02.2017) Gelobt sei die Klinge, die über uns schwebt. Sie schärft die Existenzen, macht glänzen, was lebt.

Helmut Krausser (Verstand und Kürzungen)

 

 

 

lesefruechte14_-036(06.01.2017) Wenn du leiden musst, sieh zu, dass du bequem leidest.

(Unbekannt)

 

 

 

(06.01.2017) Wir erlesefruechte14_-060trinken im Reichtum des Möglichen. Vor lauter möglich vergessen wir aufs Schwimmen, aufs Weglassen, aufs Entscheiden.

Monsieur Peter

 

 

lesefruechte14_-077(06.01.2017) Auch dem Laster des Vergleichens sollte man nicht nachgeben, damit der Garten der getroffenen Auswahl unter den vielen anderen, die noch prächtiger oder besser gepflegt scheinen, sich nicht verringert.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

lesefruechte14_-084(06.01.2017) Ideale haben merkwürdige Eigenschaften und darunter auch die, daß sie in ihren Widersinn umschlagen, wenn man sie genau befolgen will.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften I)

 

 

 

lesefruechte14_-032(04.12.2016) Fasten, studieren, keine Frauen sehen: klarer Verrat am Königtum der Jugend.

William Shakespeare (Liebes Leid und Lust)

 

 

 

lesefruechte14_-082(04.12.2016) Es gibt kein Verlangen nach dem, was man nicht kennt.

Peter Sloterdijk  (Zeilen und Tage)

 

 

 

 

 

lesefruechte14_-068(04.12.2016) Vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben war sie bei Menschen, deren Phantasie nicht in einem kleinen dunklen Zimmer ohne Fenster wohnte (…).

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

 

 

lesefruechte14_-054(20.11.2016) Man hätte eine Sonne werden sollen, und ist ein Sparbuch geworden.

 

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

 

 

lesefruechte14_-057(20.11.2016) Der Schmerz ist ein machtvoller Veränderer der Wirklichkeit wie der Rausch.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

 

 

 

lesefruechte14_-017(19.10.2016) Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.

Bert Brecht

 

 

 

lesefruechte14_-044(19.10.2016) Das Bedürfnis, recht zu haben, Kennzeichen eines gewöhnlichen Geistes.

Albert Camus (Tagebuch)

 

 

 

(17.10.2016) Während die Dinglesefruechte14_-014e geschehen, merkt man ihnen oft nicht an, dass sie schicksalnotwendig sind.

Vladimir Nabokov (Lolita)

 

 

 

lesefruechte14_-027(17.10.2016) Als erwachsen darf gelten, wer auf sich selber nicht mehr hereinfällt.

Heimito von Doderer

 

 

 

lesefruechte14_-003(17.10.2016) Noch immer kaufe ich Bücher schneller, als ich sie lesen kann. Doch das kommt mir vollkommen normal vor: Es wäre sehr sonderbar, nur so viele Bücher um sich zu haben, wie man in seiner verbleibenden Lebenszeit noch lesen kann.

Julien Barnes (Am Fenster)

 

lesefruechte14_-048(02.10.2016) Das Leben hat abgenommen. In diesem Jahr zum ersten Mal drastisch. Wenn es jedes Jahr so abnähme, reicht es nicht bis zum Achtzigsten.

Martin Walser (Ein sterbender Mann)

 

 

(02.10.2016) Man kann sich dlesefruechte14_-029en ganzen Tag ärgern, man ist aber nicht dazu verpflichtet.

Unbekannt

 

 

 

 

lesefruechte14_-039(02.10.2016) Ich will allein sein, aber nicht zu sehr. Ich will sein wie die anderen, aber anders.

Jonathan Franzen (Anleitung zum Einsamsein)

 

 

 

(20.08.201Lesefruechte14_ 0046) Im Zustand der Krankheit merken wir, dass wir nicht allein existieren, sondern an ein Wesen aus einem ganz anderen Reich gefesselt sind, von dem uns Abgründe trennen, das uns nicht kennt und dem wir uns unmöglich verständlich machen können: unseren Körper.  Marcel Proust

 

 

Lesefruechte14_ 066(20.08.2016) Das schlimmste Unglück im Gefängnis ist, dass man seine Tür nicht abschließen kann.

Stendhal

 

 

 

Lesefruechte14_ 079(20.08.2016) Eine Stunde ist nicht nur eine Stunde; sie ist ein mit Düften Tönen, mit Plänen und Klimaten angefülltes Gefäß. Was wir Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Verbindung zwischen diesen Empfindungen und Erinnerungen, die uns gleichzeitig umgeben.

 

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

Lesefruechte14_ 078(03.08.2016) Je mehr man altert desto mehr überzeugt man sich, dass seine heilige Majestät der Zufall gut dreiviertel der Geschäfte dieses miserablen Universums besorgt.

Friedrich der Große

 

 

Lesefruechte14_ 005(03.08.2016) (…) lebte man behaglich und streichelte seine kleinen Sorgen wie gute, gehorsame Haustiere, vor denen man sich im Grunde nicht fürchtete.

Stefan Zweig (Die Welt von gestern)

 

 

 

Lesefruechte14_ 025(03.08.2016) Wenn man mit 16, 17, 18 nicht weiß wie man die Welt retten kann – wann weiß man es dann?

Lotte Tobisch im Ö1 Interview

 

 

 

Lesefruechte14_ 015(03.08.2016) Das Wesen jedes Leids hat zwanzig Schatten, die aussehen wie das Leid, doch es nicht sind; Das Aug des Kummers, überglast von Tränen, zerteilt ein Ding in viele Gegenstände.

William Shakespeare (König Richard II)

 

 

Lesefruechte14_ 014(19.06.2016) Und willst du der Natur der Götter nahn, nah ihnen denn, indem du Gnade übst; Denn gnädig sein gibt echten Adel kund.

William Shakespeare (Titus Andronicus)

 

 

Lesefruechte14_ 026(19.06.2016) Literatur, so glaubte ich, sei die Umwandlung von Erfahrungsstroh in sprachliches Gold.

Jonathan Franzen (Anleitung zum Alleinsein)

 

 

Lesefruechte14_ 019(19.06.2016) Ich sage nicht, wir sind nur unsere Zufälle, ich sage einzig, wir sind nicht nur unsere Leistungen sondern auch unsere Zufälle. Und ich füge nur noch außerdem hinzu, wir sind stets mehr unsere Zufälle, unsere Schicksalszufälle, als unsere Leistung.

Udo Marquardt (Apologie des Zufälligen)

 

(16.05.2016) Seine SelbstbLesefruechte14_ 038ewusstheit ist selbstgenügsam, was im Extremfall zum Fanatismus führen kann.

Dreyfuss (Alles was leuchtet)

 

 

Lesefruechte14_ 033(16.05.2016) Die Seichtheit der eigenen Bildung fürchten.

Vladimir Nabokov

 

 

 

(16.05.2016) Ihre KarriLesefruechte14_ 023ere war in seinen Augen ein böser Zauber, in dessen Bann sie sechzehn Stunden am Tag arbeitete und keinerlei Privatleben hatte.

Jonathan Franzen (Korrekturen)

 

 

(24.03.2016) Ich lebe wie nicht.Lesefruechte14_ 016

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

 

 

 

Lesefruechte14_ 087(24.03.2016) Viel gesehn haben und nichts besitzen, das kommt auf reiche Augen und arme Hände hinaus.

William Shakespeare (Wie es euch gefällt)

 

 

 

Lesefruechte14_ 034(24.03.2016) Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten.

Albert Camus (Der Mythos des Sisyphos)

 

 

(12.03.2016) Die Lesefruechte14_ 000Kinder purzelten herum und kerbten sich Aktenvermerke ihrer Unfälle in die Schienbeine, die vollständige kleine Unglückskalender waren.

Charles Dickens (Bleak House)

 

Lesefruechte14_ 045(11.02.2016) Er sah ein, dass postkoitale Entscheidungen weit realistischer waren als präkoitale.

Jonathan Franzen (Freiheit)

 

 

Lesefruechte14_ 010(11.02.2016) Tod ist Exil vom Körper, Exil von allem.

Siri Hustvedt (Die gleissende Welt)

 

 

 

Lesefruechte14_ 050(11.02.2016) Ich bin von der Welt weder übersättigt noch ermattet, und hundert Leben, das weiß ich nur zu gut, würden mich nicht müde machen.

Claude Lanzmann

 

 

(16.01.2016) Könnt‘ ich zuLesefrüchte2013_ 002m Fehler eine Lüge fügen, so würd‘ ich’s leugnen.

William Shakespeare (Der Kaufmann von Venedig)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 047(16.01.2016) Man soll Götzen nicht anfassen: das Gold bleibt an den Fingern kleben.

William Shakespeare (Der Kaufmann von Venedig)

 

 

(16.01.2016) Seine Gefühle rLesefrüchte2013_ 089egten sich nun pünktlich; er umarmte sie zu festen Zeiten. Es war eine Gewohnheit unter anderen, so etwas wie ein im voraus eingeplantes Dessert nach der Monotonie des Abendessens.

Gustave Flaubert (Madame Bovary)

 

 

Lesefrüchte2013_ 080(16.01.2016) Ich habe gerade noch die Kraft zu rauchen.

Gustave Flaubert an seinen Freund Chevalier.

 

 

 

(12.12.2015) (…) seiLesefrüchte2013_ 017 cc verwne Zuneigungen waren mit der Zeit gewachsen, gleich Efeu, und machten keinen Anspruch auf Tauglichkeit des Objekts.

R.L.Stevenson (Dr. Jekyll und Mr. Hyde)

 

 

Lesefrüchte2013_ 064(12.12.2015) Luxus ist ein Bruch mit den Vorstellungen vom Passenden, Zweckmäßigen und Angemessenen.

Lambert Wiesing (Luxus)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 082(12.12.2015) Krankheit erkannte ich, zieht ähnlich wie Liebe oder Hass alles an sich, sie verwandelt alles in sich selbst.

Tim Parks (Die Kunst stillzusitzen)

 

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 097(12.12.2015) Wer kann sich wohlbefinden, wer auf die Achtungsbezeugungen und Auszeichnungen der Welt Wert legt?

Robert Walser (Jakob von Gunten)

 

 

Lesefrüchte2013_ 028(15.11.2015) Man muss verstehen, die Früchte seiner Niederlagen zu ernten.

Otto Stoessl

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 039 CC(15.11.2015) Dir wünsch‘ ich, was dein eigener Wunsch erfleht.

William Shakespeare (Liebes Leid und Lust)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 057(15.11.2015) (…) die Liebenswürdigkeit, die im Urteil des Mannes zum Wert der Frau so entscheidend beiträgt, dass er zwar machnmal liebt, wo sie fehlt, das aber nie glauben würde.

Jane Austen (Mansfield Park)

 

 

Lesefrüchte2013_ 061(15.11.2015) Wie arm, (…) meine Schönheit sei, braucht sie doch nicht der Schminke eures Lobes. Schönheit wird nur vom Kennerblick gekauft, nicht angebracht durch des Verkäufers Prahlen.

William Shakespeare (Liebes Leid und Lust)

 

(10.10.2015) Ist der gLesefrüchte2013_ 058emeine Mann nicht dafür geschaffen, an allem zu zweifeln und nichts zu wissen?

Stendhal (Kartause von Parma)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 067(10.10.2015) Eine Frau von vierzig Jahren bedeutet nur mehr Männern etwas, die sie in ihrer Jugend geliebt haben.

Stendhal (Kartause von Parma)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 068(10.10.2015) Nichts mehr konnte ihn reizen, er setzte sein Schiff auf Grund, verbrannte seine Segel, zerbrach sein Schwert und warf sich selbst zum alten Eisen.

Alfred Komarek (Spätlese)

 

 

Lesefrüchte2013_ 073(10.10.2015) Was aber sagt der Midrasch? Ein Rad dreht sich in der Welt – nicht der ist morgen reich, welcher heute reich ist (…)

Israel Zangwill (Der König der Schnorrer)

 

 

Lesefrüchte2013_ 022(04.09.2015) Reden können ist nicht ein Mittel der Gedanken, sondern ein Kapital, ein imponierender Schmuck.

Roberte Musil (Tonka)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 015(04.09.2015) Kleiner Geist und großer Ehrgeiz, wenig Skrupel und große Armut, denn wir haben viele Laster.

Stendhal (Die Kartause von Parma)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 021(04.09.2015) Du wirst zugeben, daß die menschliche Freiheit hauptsächlich darin liegt, wo und wann man etwas tut, denn was die Menschen tun, ist fast immer das Gleiche. (…)

Robert Musil (Die Amsel)

 

 

Lesefrüchte2013_ 070(04.09.2015) Auch die Genies des glückhaft gelebten Moments sehen sich in der Falle der Zeit gefangen.

Markus Gasser (Das Buch der Bücher für die Insel)

 

 

Lesefrüchte2013_ 062(04.09.2015) Wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen! Wie heilten Wunden, als nur nach und nach ?

William Shakespeare (Othello)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 014(22.07.2015) Ich glaub, Ihr denket jetzt, was Ihr gesprochen, doch ein Entschluß wird oft von uns gebrochen. Der Vorsatz ist ja der Erinn’rung Knecht, stark von Geburt, doch bald durch Zeit geschwächt.

William Shakespeare (Hamlet)

 

 

(22.07.2015) Denn der  MeLesefrüchte2013_ 013nschenschlag, dem ich mich zurechne, leidet mehr oder weniger ständig darunter, nicht genug zu lesen. Leidet vom Lesen geradezu „abgehalten“ zu werden durch das Leben.

Ina Hartwig (Das Geheimfach ist offen)

 

 

Lesefrüchte2013_ 046(22.07.2015) Die Bosheit wird durch Tat erst ganz gestaltet.

William Shakespeare (Othello)

 

 

 

 

(22.07.2015) (…) zuletzt Lesefrüchte2013_ 040reiste er nach Ägypten (…), nahm eine Handvoll Sand auf, ließ sie ein kleines Stück weiter entfernt wieder fallen und sagte ganz leise vor sich hin: „Jetzt habe ich die Sahara verändert“.

Markus Gasser über Jorge Luis Borges

 

 

Lesefrüchte2013_ 072(22.07.2015) Die Skepsis zur Lebensphilosophie zu erheben ist, als wählte man den Stillstand zum Transportmittel.

Yann Martel (Life of Pi)

 

 

(22.07.2015) (..Lesefrüchte2013_ 064.) denn das Leben entflieht, darum zeige dich nicht so wählerisch gegen das Glück, das sich bietet und genieße es schnell.

Stendhal

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 065(23.05.2015) Langweilst du dich auch so wie mich?

Unbekannt (Spruch auf T-Shirt)

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 075(23.05.2015) Von allen Wundern, die ich je gehört, scheint mir das größte, dass sich Menschen fürchten, da sie doch sehn, der Tod, das Schicksal aller kommt, wann er kommen soll.

William Shakespeare (Julius Cäsar)

 

 

Lesefrüchte2013_ 076(23.05.2015) Er ist ein angebundenes Tier, das so tut, als möchte es frei sein, während es mit Genuss die Gefangenenkost frisst.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 092(23.05.2015) Mindestens ein Vogel auf geheiztem Ast will er sein, ganz geschützt und frei.

Martin Walser (Meßmers Gedanken)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 077(29.03.2015) Die Tiere, die Pflanzen, die Götter und das Denken – sie sind alle keine Freunde des Menschen.

Botho Strauß (Paare Passanten)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 079(29.03.2015) Wenn es um unser eigenes Leben geht, sind wir alle Amateure.

Julien Barnes

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 081(29.03.2015) Aber viel Wahres für die ganze Wahrheit zu halten kann gefährlicher sein als eine Lüge.

Mark Rowlands (Der Läufer und der Wolf)

 

 

 

(28.02.2015) Die MLesefrüchte2013_ 090usik, welche in dem dunkelnden Raum die Augen der Menschen wie Lichter anzündete, und die Körper wie Rauch durcheinander blies, hatte wieder begonnen.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

 

 

Lesefrüchte2013_ 095(28.02.2015) Der Geschmack an einer Frucht sitzt manchmal schon in den Fingerspitzen.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

 

 

Lesefrüchte2013_ 096(28.02.2015) Als Summe bin ich gesund, mag ich selbst als Winkel krank sein.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 100(28.02.2015) Wie tief die Kluft doch war zwischen dem was man brauchte, und dem was man wollte (…)

T.C.Boyle (Hart auf Hart)

 

 

 

 

(28.02.2015) Das große LeidLesefrüchte2013_ 103en haust in den tausend nichtssagenden Leidern.

Botho Strauss (Paare Passanten)

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 101(10.01.2015) Ein guter Mensch hat liebenswerte Fehler, und an einem bösen sind sogar die Tugenden schlecht.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 102

(10.01.2015) (…) ein Volk kann nicht wahnsinnig sein (…). Es gibt nur persönlichen Wahnsinn. Wenn alle wahnsinnig sind, sind sie eben die Gesunden.

Robert Musil (Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 103(10.01.2015) Man muss an seinem Vergehen mit Methode arbeiten, wie man ja auch beim Werden sich ins Zeug legen musste.

Botho Strauss (Herkunft)

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 077(21.12.2014) Was ist das Schicksal?   Der „in Notwendigkeit eingeschweißte Zufall“.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

 

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 086(21.12.2014) Erinnerung ist das eine. Akute Damaligkeit etwas ganz anderes. Sie gewährt nur der Traum.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 098(21.12.2014) Die Ernte wächst, und ihr Gehalt vermindert sich; als ob die Früchte nach Schatten schmeckten, wenn all Äste voll sind.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 005(08.12.2014) Pflicht ist, was die Menschheit in richtiger Selbsterkenntnis gegen ihre eigene Schwäche aufgerichtet hat.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

 

 

Lesefrüchte2013_ 017 cc(08.12.2104) Glücklich und beruhigt hängen sie noch an dürrem Zweig, fühlen sich wohl und reif, ohne auch nur zu ahnen, dass sie bereits zu fallen bestimmt sind.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

(08.12.2014) Pünktlich wie ein guttrainierter Schreckensabonnent schalte ich am Frühabend die Fernsehnachrichten ein.

Wilhelm Genazino (Leise singende Frauen)

 

 

(27.11.2014) (.Lesefrüchte2013_ 039 CC..) wo sogenannte Therapien wie die Geier über den Übeln kreisen und sich an verdorbenen „Beziehungen“ und ähnlichem Unrat laben.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

Lesefrüchte2013_ 049 CC(27.11.2014) Bist du zu feige, derselbe Mann zu sein in Tat und Mut, der du im Wünschen bist?

William Shakespeare (Macbeth)

 

 

 

Lesefrüchte2013_ 099 CC(27.11.2014) Es ist schade, dass ich nicht musikalisch bin – ich hätte viel Schönes über die Musik sagen können.

Kuno Fischer (Philosoph)

 

 

 

 

 

GedankenundZitate_078(04.11.2014) Zerlumptes Kleid bringt kleinen Fehl ans Licht, Talar und Pelz birgt alles. Hüll‘ in Gold die Sünde,- der starke Speer des Rechts bricht harmlos ab.

William Shakespeare (King Lear)

 

 

GedankenundZitate_098(4.11.2014) Trau keinem, der dir zuhört! Er denkt sich nur seinen Teil!

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

 

 

 

GedankenundZitate_129(4.11.2014) Die Schrift (…) will immer Haftfläche sein. Klebestreifen für die Fliegen des Geistes.

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

 

 

(04.11.2014) JedGedankenundZitate_142er ist seiner Unwissenheit Schmied…

Botho Strauss (Lichter des Toren)

 

 

 

 

GedankenundZitate_030 (CC)(20.09.2014) Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung denn für ihn.

Isabelle Eberhardt (Sandmeere)

 

 

 

 

GedankenundZitate_053 (CC)(20.09.2014) …endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb „Zuhause“ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere, das Zuhause der Wiederholungen.

Roger Willemsen (Die Enden der Welt)

 

 

 

 

 

GedankenundZitate_111 (CC)(20.09.2014) Wenn Sie sich etwas von der Zukunft wünschen dürften, dann wäre es wohl die Vergangenheit.

Stefan Zweig an Richard Strauss

 

 

 

 

(20.09.2014) Ich habe vonGedankenundZitate_121 (CC) Ihnen vielleicht mehr gelernt, als man lernen darf, wenn man noch selbstständig bleiben will.

Arnold Schönberg an Karl Kraus (in einer Widmung)

 

 

 

 

GedankenundZitate_138 (CC)(20.09.2014) Dulden muss der Mensch sein Scheiden aus der Welt, wie seine Ankunft: Reif sein ist alles.

William Shakespeare (King Lear)

 

 

 

GedankenundZitate_156 (CC)(20.09.2014) Die Götter sind gerecht: aus unsern Lüsten erschaffen sie das Werkzeug, uns zu geißeln.

William Shakespeare (King Lear)

 

 

 

 

 

GedankenundZitate_000 (04.08.2014) Und das Reisen? Haben Sie es verlernt? Ich nicht, wahrhaftig nicht, ich habe so eine Unrast überallhin zu fahren, alles zu sehen und zu genießen, habe Angst vor dem Alter, daß ich dies – meinen liebsten Besitz – einmal verlieren könnte in Mattigkeit und Faulheit.

Stefan Zweig in einem Brief an Hermann Hesse

 

 

 

GedankenundZitate_048 (CC)(21.06.2014) Ich kann ja nicht, weil das Erwünschte so unwahrscheinlich klingt, so tun, als hätte ich andere Wünsche.

Jurek Becker im Gespräch mit Volker Hage (Kritik für Leser)

 

 

 

GedankenundZitate_046 (CC)(21.06.2014) So oft er in die Situation gekommen war, eine Meinung vorzutragen, habe er stets (…) die von den anderen erwartete gewählt.

Jurek Becker (Schlaflose Tage)

 

 

 

 

 

GedankenundZitate_081(CC)(21.06.2014) Die Schönheit des Mannes ist nur ein sekundäres Geschlechtsmerkmal (…) Primär erregend ist an ihm die Hoffnung auf seinen Erfolg.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

GedankenundZitate_119 (CC)(24.05.2014) Manchmal sind die Vorsätze gut, aber der Sündenfall ist besser.

Alfred Komarek (Anstiftung zum Innehalten)

 

 

 

(24.05.2014) Ganz gleicGedankenundZitate_164 (CC)h worum es geht, wir wollen es haben, es sei denn, es tut wirklich weh, verpflichtet oder zwingt zum Nachdecken.

Alfred Komarek (Anstiftung zum Innehalten)

 

 

 

GedankenundZitate_110 (CC)(24.05.2014) Ideale haben merkwürdige Eigenschaften und darunter auch die, dass sie in ihren Widersinn umschlagen, wenn man sie genau befolgen will.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

(24.05.2014) Es ist GedankenundZitate_076 (CC)so einfach Tatkraft zu haben, und so schwierig, einen Tatsinn zu suchen.

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

 

 

 

 

GedankenundZitate_047 (CC)(06.01.2014) (…) Dass er ist wie alle anderen und doch anders angesehen werden will als alle anderen. Auch darin ist er wie alle.

Martin Walser (Meßmers Reisen)

 

 

 

GedankenundZitate_036 (CC) (06.01.2014) Geld für drei Monate und das ganze Leben vor mir. Nun ist es an mir, ihm (dem Leben) ein Angebot zu machen.

Nicolas Bouvier (Skorpionfisch)

 

 

 

GedankenundZitate_028 (CC)(06.01.2014) Manieren sind das Parfüm das uns vergessen lässt, dass wir stinken.

Prinz Asserate

 

 

 

GedankenundZitate_163 (CC)(21.12.2013) (…) Ich bin so müd von diesem bisschen Leben und habe nicht die Ruhe, auszuruhen.

Mascha Kaleko (Ohne Überschrift)

 

 

 

GedankenundZitate_044 (CC)(21.12.2013) Leider gehörte sie zu den Leuten, die anderen zur Last und sich selbst zur Qual werden, weil ihr Leben davon beherrscht ist, was sein „sollte“.

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

 

 

 

GedankenundZitate_080 (CC)(21.12.2013) Möglichkeit war kein Sack und keine Kiste, die sich ein für alle Mal verschließen ließ.

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

 

 

 

GedankenundZitate_064 (CC)(21.12.2013) (…) von Liebe gestützt, kann jede Seidenpapieridentität dastehen wie ein Fels in der Brandung.

Janet Frame (Dem neuen Sommer entgegen)

 

 

 

GedankenundZitate_051 (CC)(21.12.2013) Die Sehnsucht wird immer groß sein, größer als die Befriedigung durch das Erreichen des Ersehnten. Ich würde einen Atlas heute noch jedem Reiseführer vorziehen.

(Judith Schlansky)

 

 

 

GedankenundZitate_042 (CC)(01.12.2013) Pearl S. Buck zufolge hinterlassen manche Menschen eine Lücke, die sie vollwertig ersetzt.

Viktor Vierthaler (Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Bruck)

 

 

 

 

GedankenundZitate_020 (CC)(25.11.2013) (…) dann wartete er auf die Stille zwischen den Sätzen, sein einziges Maß der Nähe zu einem anderen Menschen.

Ferdinand von Schirach (Tabu)

 

 

 

GedankenundZitate_023 (CC)(23.11.2013) Es kommt mir mehr und mehr so vor, als wäre die Vergangenheit ein noch viel ungesicherter, weniger verbürgter Ort als die Zukunft.

Joachim Meyerhoff (Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war)

 

 

GedankenundZitate_007 (CC)(15.11.2013) Einzig sein eigener Tod, denkt er, ist ihm vorbestimmt; schon jetzt ist dieses Ereignis in die Zukunft eingeschrieben, es fehlen ihm nur noch die Koordinaten desselben, die Justierung in Raum und Zeit.

Christian Kracht (Imperium)

 

 

GedankenundZitate_003 (CC)(15.11.2013) Stark strahle es noch aus der Vergangenheit herauf, die in Wirklichkeit ewig andauert, während sich andererseits die Gegenwart innerhalb von Sekundenbruchteilen selber auffrißt.

Christian Kracht (Imperium)

 

 

 

GedankenundZitate_128 (CC)(07.11.2013) Der Suchbefehl „ICH“ kann zu giftigen Funden führen.

Matthias Dusini (Falter 41/13 Buchbesprechung „Versuch über den Pilznarren“)

 

 

 

GedankenundZitate_146 (CC)(07.11.2013) Erst hier zeigte sich, daß er doch wie kaum jemand sich erhaben geglaubt hatte über alles Eingefleischte, genauso davon besessen gewesen war wie die andern: wie sie bestand er durch und durch aus Gewohnheiten (…)

Peter Handke (Kindergeschichte)

 

 

GedankenundZitate_127 (CC) (03.11.2013) Die Tiere sind kurz angebunden mit ihrer Lust und Unlust, nämlich an den Pflock des Augenblickes und deshalb weder schwermütig noch überdrüssig.

Friedrich Nietzsche (Unzeitgemässe Betrachtungen – Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben)

 

 

GedankenundZitate_151 (CC)(03.11.2013) Der Zuwachs an Erfahrung zeigt mir meine Mängel nur noch deutlicher. Das Wissen macht mich nicht mutiger, im Gegenteil, es bedrückt mich.

Erri de Luca (Die Krümmung des Horizonts)

 

 

GedankenundZitate_134 (CC)(24.10.2013) Er nahm Ratschläge von jedem an, der ihm sagte, was er gerne hören wollte.

William Bowman (Die Besteigung des RumDoodle)

 

 

 

GedankenundZitate_032 (CC)(13.10.2013) Beide gaben den wechselnd stimulierenden und betäubenden Einfluß des heterosexuellen Magnetismus zu.

James Joyce (Ulysses)

 

 

 

GedankenundZitate_097 (CC)(13.10.2013) Was waren, auf ihre einfachste wechselseitige Form reduziert, Blooms Gedanken über Stephens Gedanken über Bloom und Blooms Gedanken über Stephens Gedanken über Blooms Gedanken über Stephan? Er dachte, er dächte, er wäre Jude, wohingegen er wußte, daß er wußte, daß er’s nicht war.

James Joyce (Ulysses)

 

Schleifkogel_029 (CC)(13.10.2013) Wenn sie auch nicht alles mit gleichen Augen betrachteten, war doch irgendwie eine gewisse Analogie vorhanden, sowie wenn ihr beider Geist sozusagen im gleichen Gedankenzug reiste.

James Joyce (Ulysses)

 

 

GedankenundZitate_108 (CC)(29.08.2013) Man kann einen Kuchen nicht essen, ohne dass er dann weg ist.

James Joyce (Ulysses)

 

 

 

 

GedankenundZitate_068 (CC)(29.08.2013) Nach Gott hat Shakespeare am meisten geschaffen.

James Joyce (Ulysses)

 

 

 

 

GedankenundZitate_033 (CC)(29.08.2013) Jedes Leben besteht aus vielen Tagen, immer einer nach dem andern. Wir schreiten durch uns selbst dahin, Räubern begegnend, Geistern, Riesen, alten Männern, jungen Männern, Weibern, Witwen, warmen Brüdern. Doch immer imgrunde uns selbst.

James Joyce (Ulysses)

 

 

GedankenundZitate_059 (CC)(25.08.2013) Das Bewusstsein, dass jeder Sinn eine Konstruktion, ein Entwurf ist…

Adam Soboczynski (Zeit online am 23.10.2013)

 

 

 

GedankenundZitate_049 (CC)(13.8.2013) Unsere Seelen, schamverwundet von unseren Sünden, klammern sich um so mehr an uns, wie eine Frau sich klammert an ihren Geliebten, je mehr desto mehr.

James Joyce (Ulysses)

 

 

GedankenundZitate_116 (CC)

(23.07.2013) Wenn ich im Leben je ins Politisieren gekommen bin, wusste ich genau, ich hab jetzt eine Schwelle überschritten zur Idiotie.

Peter Handke (Interview „Die Zeit“ No. 19 v. 3.5.2012)

 

 

GedankenundZitate_084 (CC)(23.07.2013) Wenn ein Gedanke zu gerade ist, ist er nichts für mich.

Luc Bondy (Interview „Die Zeit“ No. 19 v. 3.5.2012)

 

 

 

 

 

GedankenundZitate_143 (CC)(26.05.2013) Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft; wie sie sich zueinander verhalten, wie sie miteinander verflochten sind, das bestimmt dein Gemüt. Deine Zukunft sollte noch Ungewissheit in sich tragen, deine Gegenwart sollte nicht vollständig von der Vergangenheit besetzt sein.

Connie Palmen (Logbuch eines unbarmherzigen Jahres)

 

 

 

GedankenundZitate_065 (CC)(26.05.2013) Bei dem Tod, dem ein Krankenbett vorangeht, setzt die Trauer im Leben ein.

Connie Palmen (Logbuch eines unbarmherzigen Jahres)

 

 

 

GedankenundZitate_063 (CC)

(26.05.2013) Ich habe Ansprüche an das Leben, für die ich ungenügend ausgerüstet bin. Muss die Ausrüstung normativ sein oder die Ansprüche?

Connie Palmen (Logbuch eines unbarmherzigen Jahres)

 

 

GedankenundZitate_025 (CC)(26.05.2013) Manche Fragen sind so gut, dass es schade wäre, sie durch eine Antwort zu verderben.

Harry Mulisch

 

 

 

GedankenundZitate_013(12.05.2013)…denn meine Veranlagung ist ja die, alles total anzugehen und ebenso total durchzuhalten und zu Ende zu führen, das ist, müssen Sie wissen, mein eigentliches Unglück, sagte er.

Thomas Bernhard (Alte Meister)

 

 

GedankenundZitate_044 (CC)(12.05.2013) Ich gehöre nicht zu den Leuten, die die Gegenwart genießen, das ist es, ich gehöre zu diesen Unglücklichen, die die Vergangenheit genießen…

Thomas Bernhard (Alte Meister)

 

 

GedankenundZitate_021 (CC)(03.05.2013) Durch die Eisenbahn wird Raum getötet, und es bleibt nur noch die Zeit übrig.

Heinrich Heine

 

 

 

(17.03.2013) Die Inspiration der Müdigkeit sagt weniger, was zu tun ist, als was gelassen werden kann.

Peter Handke (Versuch über die Müdigkeit)

 

 

 

(Februar 2013) Bedenkt: Den eigenen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

Mascha Kaleko (Memento)

 

 

 

 

(Februar 2013) Oh Röslein auf der Heide, dich brach die Kraftdurchfreude.

Mascha Kaleko (Emigrantenmonolog)

 

 

 

 

(Jänner 2013) Neue Vorhänge im Kinderzimmer, neue Matratzen im Schlafzimmer, neue Farben an den Wänden im Flur, fünfzig Prozent Rabatt, das ist das Glück.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

 

 

 

 

 

(Jänner 2013) Das aufrührerische Korn denkt, es verändert die Mühle, wenn es sich von ihr zermahlen lässt.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

 

 

 

 

 

 

(Jänner 2013) Ich hätte es als einen privaten Freiheitsbeweis verbuchen können, wäre es mir gelungen, vom pathologischen Widerwillen zum interesselosen Mißfallen zurückzukehren.

Peter Sloterdijk (Zeilen und Tage)

 

 

 

 

 

 

(Jänner 2013) …und die Musik reichte in mich hinunter wie ein langer Löffel und rührte und rührte.

Janet Frame (Ein Engel an meiner Tafel)

 

 

 

 

(Jänner 2013) ...wenn wir gewahr werden, dass die Einheit, nach der wir messen, einzigartig ist, dass sie keinem anderen ins Herz geprägt ist und niemals geteilt werden kann.

Janet Frame


 

 

(Dezember 2012) …den Wert ihres Besitzes mit dem Preis verwechselt, den mein Verlangen angesetzt hatte.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

 

(Dezember 2012) Die Zeit verleiht ungeahnte Rechte zu ihrer Bearbeitung und Neubearbeitung, bis sie zur vergangenen Zeit wird.

Janet Frame (Ein Engel an meiner Tafel)

 

 

 

 

(Dezember 2012) Wenn man nicht glücklich gewesen wäre, und sei es auch nur durch die Hoffnung, würde einen das Unglück ohne Grausamkeit und damit fruchtlos treffen.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

(Dezember 2012) Was das Glück anbelangt, so dient es fast nur einem nützlichen Zweck: das Unglück möglich zu machen.

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

(Dezember 2012) Denn das Glück ist einzig heilsam für den Körper; die Kräfte des Geistes jedoch bringt der Kummer zu Entfaltung.

 

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

(Dezember 2012) Natürlich haben die Dinge nicht von sich aus Macht; da wir selbst vielmehr diejenigen sind, die sie mit Macht begaben (…)

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

(Dezember 2012) Doch kann man einen Zauber nicht von einem Gefäß in ein anderes umfüllen, Erinnerungen lassen sich nicht teilen (…)

Marcel Proust (Die wiedergefundene Zeit)

 

 

 

…die Ekstase ist immer zu viel, die Dauer dagegen das Richtige.

Peter Handke (Gedicht an die Dauer)

 

 

 

 

Da ich ein Mensch war, eines jener amphibischen Lebewesen, die zugleich in der Vergangenheit und in der gegenwärtigen Welt hausen…

Marcel Proust (Die Flüchtige)

 

 

 

GedankenundZitate_002 (CC) …dass jeder Einzelne von uns, die wir durch den Fluss der Zeit waten, irgendwann von der Strömung weggerissen wird – kurz, dass wir alle gehen.

John Green (Eine wie Alaska)

 

 

…denn unsere Gewohnheiten folgen uns selbst dahin, wo sie uns zu gar nichts nütze sind.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

 

 

 

 

Da es aber mit dem Kummer wie mit dem Verlangen nach Frauen ist, das man vergrößert, indem man daran denkt, würden uns durch den Umstand, viel zu tun zu haben, zwei Dinge leichter fallen: Keuschheit und Vergessen.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

 

 

Gilberte erschien mir wie jene Länder, mit denen man kein Bündnis zu schließen wagt, weil sie allzuoft die Regierung wechseln.

Marcel Proust (Die Flüchtige)

 

 

 

Von einem gewissen Grad der Schwäche an, ob diese nun durch Alter oder Krankheit verursacht ist, wird jedes Vergnügen, das auf Kosten des Schlafes geht oder sich auch nur außerhalb unserer Gewohnheiten abspielt, wird jede Regelwiedrigkeit zu einer Last.

Marcel Proust                           (Sodom und Gomorrha)

 

 

Wir sind ein Faden, und wir wollen das Gewebe erkennen.

 

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

 

 

 

 

 

(…) ihr Kopf wurde breiter. Sie waren stolz, über so  große Dinge nachzudenken.

 

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

 

 

 

 

 

(...) aber das bedeutet, die Dämmerung nicht zu begreifen und nur Mittag oder Mitternacht zu wollen.

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

 

 

 

 

Prämissen können falsch sein, die Folgerungen (in der Praxis) aber wunderbar.

Gustave Flaubert  ( Bouvard und Pecuchet)

 

 

 

 

 

 

 

Da ist das Buch der geistige Steinbruch für den Regisseur.

Michael Haneke (Gespräch im Falter 37/12)

 

 

 

 

 

 

(…) aber das Wohl der Menschheit ist für den einzelnen kein Trost.

Gustave Flaubert ( Bouvard und Pecuchet)

 

 

 

 

 

(…) man träume den Traum des Lebens immer noch am besten in einer Bibliothek.

 

Marcel Proust (Die Gefangene)

 

 

 

 

 

(…) daß auf einen schlechten Ruf, der ungerechtfertigt ist, Hunderte von guten kommen, die es nicht weniger sind.

 

Marcel Proust (Die Gefangene)

 

 

 

 

Der Irrtum ist aber hartnäckiger als der Glaube und überprüft seine Glaubenssätze nicht.

Marcel Proust (Die Gefangene)

 

 

 

 

Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt (…), aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem.

John Green (Das Schicksal ist ein mieser Verräter)

 

 

 

 

Es ist merkwürdig, wenn man unter Passionierten als zu leidenschaftlich gilt.

Trojanow Ilja (Eistau)

 

 

 

 

Ein Mann ist reich im Verhältnis zur Zahl der Dinge, auf die er verzichten kann.

H.D. Thoreau

 

 

 

 

Moses Pelham hat soviel aus seinen Fehlern gelernt, dass er darüber nachdenkt, noch ein paar zu machen.

Musiker Moses Pelham

 

 

 

 

Der Mensch an und für sich ist gut, aber die Leut‘ sind ein Gsindel.

Nestroy

 

 

 

 

 

Angst ist ein wichtiger Ratgeber, aber ein lausiger Anführer.

Noam Shpancer

 

 

 

 

 

Wer es vermag, sich mit den Bergen, die man besteigt auch zu beschäftigen, dem offenbaren sie Einblicke und Einsichten, die “Jägern und Sammlern” verborgen bleiben.

Die beste Möglichkeit ein Gebirge kennenzulernen ist, es ohne Zeit- und Erfolgsdruck zu durchqueren.

Reiner Petek LB 4/95

 


 

Der Alpinismus ist kein Kampf und kein Kriegszustand.

Kugy Julius

 

 

 

 

 

Paul Casals, Cellist, übte noch mit 93 Jahren 4 bis 5 Stunden am Tag. Auf die Frage: „Warum“ antwortete er einmal: „Ich habe den Eindruck, ich mache Fortschritte“.

 

 

 

 

…und dann wundern wir uns, dass auch andere die Einsamkeit lieben und dass wir sie mit ihnen teilen müssen.

Samsara ( Forum Gipfeltreffen)

 

 

 

 

Die Welt ist Aas, und die daran festhalten, sind Hunde.

Petrus Valdes

 

 

 

 

 

Gar nicht krank ist auch nicht gesund.

Karl Valentin

 

 

 

 

 

Vebi: „Ist denn die Welt noch nicht fertig erschaffen?“

Sira Jon: „Ich dachte, man wäre noch dabei sie zu erschaffen. Haben Sie gehört, dass man fertig ist?“

Halldor Laxness (Am Gletscher)

 

 

 

Als der Himmel die Zeit erschuf, hat er genug davon erschaffen.

Mongolische Weisheit

 

 

 

 

 

Das war unabdingbar für die Entfaltung seines Genies. Die Wunde und der Bogen.

Philip Roth (Exit Ghost)

 

 

 

 

Zur Vollkommenheit fehlt der Perfektion ein gewisser Mangel.

Ö1 Programmzeitschrift April 2011

 

 

 

 

 

Mit der Wahl seines Ratgebers hat man sich den Rat bereits gewählt.

S. Bucay (Zähl auf mich)

 

 

 

 

 

Das Wort Bergsport hat mir immer etwas weh getan. Es deutet mir zu sehr auf Oberflächlichkeit. Man suche nicht das Klettergerüst des Berges, man suche seine Seele.

Kugy

 

 

 

Wenn du die Kinder ermahnst, so meinst du, dein Amt sei erfüllet. Weißt du, was sie dadurch lernen? Ermahnen mein Freund.

Heinrich Kleist

 

 

 

 

Mit dem Älterwerden fühlt man sich ja oft in Gesellschaft einsam.

Peter Handke

 

 

 

 

 

Nahe am Knochen schmeckt das Leben am süßesten. Es schützt dich davor, dich zu vertändeln.

H.D. Thoreau (Walden)

 

 

 

 

…sei lieber der Mungo Park (…) deiner eigenen Ströme und Ozeane.

H.D.Thoreau (Walden)

 

 

 

 

 

Wenn ein Mensch nicht Schritt hält mit seinen Mitmenschen, dann kommt das vielleicht daher, dass er einen anderen Trommler hört. Soll er doch nach der Musik maschieren, die er vernimmt, einerlei aus welcher Ferne und aus welchem Takt.

H.D. Thoreau (Walden)

 

 

 

 

 

Es kommen tausend, die an den Ästen des Übels hacken, auf einen, der die Wurzel trifft, und vielleicht bewirkt gerade der, der das meiste Geld und die meiste Zeit für die Armen hergibt, durch seine Lebensweise das Elend, das er vergeblich zu lindern strebt.

H.D. Thoreau (Walden)

 

 

 

 

Die Krankheit ist derjenige unter allen Ärzten, auf den man am ehesten hört: Der Güte, dem Wissen gibt man Versprechungen; man gehorcht dem Leiden.

Marcel Proust (Sodom und Gomorrha)

 

 

 

 

 

Menschen kommen aus dem Staunen nicht heraus, manche nie hinein.

Elfriede Gerstl

 

 

 

 

Ein Baum der fällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst.

Sprichwort aus Tibet

 

 

 

 

 

Ich verfügte über die Sorglosigkeit all derer, die das Glück für dauerhaft halten.

Marcel Proust (Die Gefangene)

 

 

 

 

…es gibt tatsächlich Wesen, für die alles, was einen festen, von anderen feststellbaren Wert besitzt, Vermögen, Erfolg, hohe Stellungen, überhaupt nicht zählt; was sie brauchen, sind Phantome.

Marcel Proust (Sodom und Gomorrha)