Mallnock und Klomnock auf die sanfte Tour

Vor vier Jahren, bei meiner Besteigung des Großen Rosennock, habe ich schon neidvoll auf die Besucher der Brunnachhöhe geschaut. Brettleben am Grat entlang und nach einem kurzen Aufstieg wartet ein Zweitausender und evtl. noch einer und noch einer…

Nördlich von Bad Kleinkirchheim liegt in einem wunderschönen Berghalbrund der kleine Ort St. Oswald. Mit der Nationalparkbahn Brunnach fahren wir zur Brunnach Alm auf 1902 m. Aber nicht nur wir nutzen diese Aufstiegshilfe. Viele andere Ausflügler sind ebenfalls landschaftshungrig, und wer die Einsamkeit vorzieht, darf sich nicht in die Nähe von Seilbahnen oder einfach begehbaren Wanderwegen begeben.

Diese Beschreibung entsteht zwei Jahre nach der erlebten Tour. Somit sind manche Ereignisse in Vergessenheit geraten. Dies ist aber nicht mir, sondern einzig meinem Gedächnis anzulasten.

Gleich nach dem Aussteigen aus der kleinen Gondel zeigen sich der Große Rosennock (2440 m) und der Kleine Rosennock (2361 m) oberhalb des Naßbodensees.

An den kleinen Rosennock schließen die Zunderwand mit dem Predigerstuhl (2170 m) als Gipfel und…

…der Pfannnock (2254 m) an.

Erwartungsfrohe Kindergesichter und heiteres Kinderlachen begleiten uns die ersten Meter unseres Weges. Der halbkugelförmige Mallnock (2226 m) lockt auch uns mit seiner liederlichen, leichten Seite.

Wir machen an allen diesen touristischen Kulminationspunkten ähnliche Beobachtungen. Mit jedem Schritt fort von den Seilbahnausstiegen und der dazugehörigen Infrastruktur wird es auf den Wegen leiser und die Reihen der Besucher lichten sich rasch.

Vom Brunnachgatter ist der Klomnock (2331 m) schön anzusehen. Wenn das Wetter will, ist er heute unser Tagesziel und würde damit den Mallnock zu einer Zwischenstation umwandeln.

Die zum Aufstieg erforderlichen 200 Höhenmeter leistet man im kurzen Schlussanstieg auf einem guten Steig. Auf der riesigen Gipfelfläche des Mallnock (2226 ).

Petrus mischt graues Wolkengebräu in seine tiefblaue Himmelssuppe und erschwert uns die Entscheidung zum Weiterwandern. Gabi lässt sich nicht beeindrucken und durchkämmt die Gipfelwiese nach besonderen Blumen.

Wir wandern gemächlich weiter, denn umdrehen bei einer Wetterverschlechterung können wir in diesem Gelände jederzeit. Zuerst müssen wir ca. 50 Höhenmeter in einen breiten Sattel absteigen.

Danach wird der Steig etwas schmäler und wir blicken in die felsige Nordseite des ansonsten völlig grünen Klomnocks.

Der Weg führt an einem Gedenkkreuz, das zur Erinnerung an Soldaten, die bei einem Lawinenunglück ums Leben kamen, vorbei,…

…um kurz vor dem Gipfel noch in etwas  felsigeres, steileres Gelände zu leiten. Dieser Abschnitt ist nur in einem Bericht über die sonst so freundlichen Nockberge erwähnenswert.

Obligatorisch und unverzichtbar Gipfelbild Klomnock (2331 m).

Es ist nicht so warm, wie der blaue Himmel vermuten lässt, und so setzen wir uns dick vermummt zu einer Jause in den Windschatten.

Einserseits können wir zur Nockalmstraße hinabblicken, andererseits ragen gegenüber der Schiestlnock (2206 m) und dahinter der Koflernock (2277 m) auf. Die Nockalmstraße ist  Startinvestition und zugleich Schlussakkord des ursprünglich von der Kärntner Landesregierung geplanten Tourismuszentrums. Mit 94 % der Stimmen wurde bei einer Volksabstimmung für einen Nationalpark gestimmt.

Unterhalb der Glockenhütte kann ich den Windebensee erkennen. Von der Glockenhütte an der Nockalmstraße, auf beachtlichen 2024 m, zieht ebenfalls ein markierter Weg (links im Bild) zum Klomnock hoch.

Mit etwas Sprungkraft in den Beinen könnte man von den Gipfeln der umgebenden Nocken in die Wolken greifen.

Der Weiterweg über die Steinhöhe zum Falkert (2308 m) ist einladend. Aber nicht heute. Wir gehen ihn nur ein paar Meter, um danach auf eigenen Pfaden zum unterhalb des Grates verlaufenden Weg mit der Nr. 9 abzusteigen.

 

Wir können sogar Murmeltiere bei ihren Wintervorbereitungen im steilen Gelände beobachten

Lehofer nennt in seinem „Wanderführer Kärnten“ den Mallnock ein Aussichtsgeschenk. Dieser Aussage kann ich nur zustimmen, und auch der Weiterweg zum Klomnock ist großes Landschaftskino. Am Brunnachgatter mündet dieser Weg in unsere Aufstiegsspur ein, und wir wandern wieder in Gesellschaft zur Seilbahnstation zurück.

Den ganzen Tag gab es Drohgebärden der einen oder anderen Wolke am Himmel. Wir ließen uns zum Glück von unserem Vorhaben nicht abhalten, selbst wenn sich diese Wolke, worüber auch immer, schwarz ärgerte.

Für den Abstieg nach St. Oswald benutzen wir die Seilbahn. So endet eine gemütliche Wanderung bereits an der Bergstation der Brunnbachbahnen.

Im Anstieg ca. 425 Hm und zurückgelegte Strecke ca. 9,5 km.

(Diesen Tourverlauf habe ich nachträglich eingezeichnet, es
handelt sich um keinen aufgezeichneten Track)

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Buck (1997): Die Nockberge Natur und Kultur. Verlag Carinthia.

Buchenauer/Gallin (1976): Kärntner Wanderbuch. Tyrolia Verlag, Innsbruck.

Buchenauer (1977): Sanfte Kuppen, Schroffe Berge. Leykam Verlag, Graz.

Lehofer (2003): Nockberge, Nationalpark und Gurktaler Alpen. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.

Lehofer (2007): Kärnten: Wanderungen rund um die Kärntner Seen. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.