Rosennock und Zunderwand

Das Wetter wird schlechter, und wir beschließen am nächsten Tag abzureisen. Es hat die ganze Nacht geregnet. Auch jetzt hört es nicht auf, und es plätschert, nieselt und tröpfelt immer weiter.  Ich will aber noch den Großen Rosennock besteigen und mache mich ohne Gabi auf den Weg.

Diese Beschreibung entsteht sieben Jahre nach der erlebten Tour. Somit sind manche Ereignisse in Vergessenheit geraten. Dies ist aber nicht mir, sondern einzig meinem Gedächtnis anzulasten.

Für mich ist es unfassbar, welche Straßen man in Kärnten noch mit dem Auto befahren darf. In Niederösterreich und in der von mir so gerne besuchten Steiermark wäre die Straße zur Erlacher Hütte (1636 m) für Autos sowieso, aber auch für Mountainbiker gesperrt.

Nur wenige PKW parken unterhalb der Erlacher Hütte. Ich stelle mein Auto dazu und mache mich rasch auf den Weg, bevor ich es mir noch anders überlege. Es ist kalt, feucht, und steter Nieselregen hält schon sein Stunden an.

Meine erste Fotopause mache ich erst Auge in Auge mit der Zunderwand.

Der Weg besteht in manchen Abschnitten aus einer Rinne im Almboden. Sie wurde von  unzähligen Gänsemarsch-Wanderern in den Boden gepflügt.

Blick zur Brunnachalm (1902 m). Diese ermöglicht mit Zustieg von St. Oswald (oder von dort mittels Seilbahn) einen einfachen Zugang zu Mallnock (2226 m), Klomnock (2331 m) und etwas weiter bis zum Falkert (2308 m).

Nebel vermischt sich mit seinen sonst hoch oben verweilenden Wolkenverwandten.

Die Zunderwand ist sowohl geologisch als auch botanisch eine Besonderheit in den kristallinen Bergformen der Nocken. Sie gehört zu einem schmalen Kalkband, das die Nockberge von Nord nach Süd durchzieht.

Im wunderbaren Karboden unterhalb der Rosennocke und der Zunderwand liegt der kleine Naßbodensee (2030 m).

Gegenüber kann man noch die  Brunnachhöhe erkennen und rechts der Bildmitte den Wiesernock (1974 m). Mein Weg führt mich über den Rücken der Feldhöhe. So breit wie ein Fußballfeld ist dieser Rücken und lässt etwas von den wahren Ausmaßen des Rosennocks erkennen.

Schon fast am Gipfel angekommen hebt sich der Nebelvorhang für kurze Zeit und erlaubt mir diesen Blick zum Kleinen Rosennock (2361 m) und dem Verbindungsgrat, welcher aber (selten in den Nocken) Kletterfähigkeiten verlangt.

Mit dem Erreichen des höchsten Punktes mutieren Wanderer zu Gipfeleroberern.

Großer Rosennock (2440 m). Von den Nockbergen ist nur der Eisenhut um einen Meter höher als der Große Rosennock.

Diese Wanderung ist mittlerweile eine sehr feuchte Angelegenheit. Da ich auch noch zur Zunderwand will, verweile ich nicht lange am Gipfel und steige zum Naßbodensee ab…

…und erreiche über das „Törl“ den Almboden zwischen Kleiner Rosennock und dem Predigerstuhl.

Oberhalb der Zunderwand führt der Weg zum Predigerstuhl (2170 m). Vom Törl wäre auch der Kleine Rosennock in kurzer Zeit unschwierig zu erreichen, wie hier beschrieben.

Tiefblick zur Erlacher Hütte.

Gegenüber kann ich gerade noch den breiten Rücken mit dem heute bewältigten Anstieg zum Großen Rosennock erkennen. Ich bleibe wiederum nicht lange am Gipfel und steige an der Ostseite ab. Es wäre nicht mehr weit zum Pfannnock (2254 m). Ich bin aber von diesem feuchten Wandertag schon etwas mürbe und steige nur von Murmeltierpfeifen begleitet ab.

Von meinem Abstieg über die Erlacher Bockhütte zur Erlacher Hütte habe ich keine Fotos gemacht. Leider auch nicht von der wunderbaren Landschaft zwischen Predigerstuhl und Pfannnock. So darf ich wiederkommen, um den Kleinen Rosennock und den Pfannnock zu besteigen und auch Bilder von dieser freundlichen Landschaft ohne Wolken und Nebel zu machen.

 

Im Anstieg ca. 1035 Hm und zurückgelegte Strecke ca. 12,3 km.

(Diesen Tourverlauf habe ich nachträglich eingezeichnet, es
handelt sich um keinen aufgezeichneten Track)

Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Buck (1997): Die Nockberge Natur und Kultur. Verlag Carinthia.

Buchenauer/Gallin (1976): Kärntner Wanderbuch. Tyrolia Verlag, Innsbruck.

Buchenauer (1977): Sanfte Kuppen, Schroffe Berge. Leykam Verlag, Graz.

Katschner (1989): Erlebnis Nockberge: Eines der schönsten Wandergebiete Kärntens. Leopold Stocker Verlag, Graz.

Lehofer (2003): Nockberge, Nationalpark und Gurktaler Alpen. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.

Lehofer (2007): Kärnten: Wanderungen rund um die Kärntner Seen. Wanderführer, Bergverlag Rother, München.


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.