Von der Seekoppe zum Hochgrößen

Seekoppe (2150 m), Hochgrößen (2115 m), Riedner Koppe (2122 m) und Steinkarseekopf (2060 m).

Oppenberg mit seinen Skitourenbergen bietet natürlich auch im Sommer herrliche, wenig begangene „Sommerberge“. Zum einen endet der Gullingkamm mit dem Hochgrößen (2115 m) bei Oppenberg, zum anderen sind die Berge des Strechenkammes wie z.B. Schüttkogel (2049 m) u.a. aus dem Gullingtal zu ersteigen. Am 5.9.2008 habe ich mit Mike bereits den Hochrettelstein (2220 m) von der Planneralm aus besucht. Jetzt ging es darum, den Kamm weiterzuwandern. Die Rundwanderung begann ich mit einem 2 km langen Marsch auf der Straße. Es ist eine Geschmacksfrage, ob man vor oder nach einer ca. 9-stündigen Wanderung noch auf einer asphaltierten Straße geht.

Nach den zwei Kilometern endlich die Abzweigung – hier beginnt auch die Winterspur mit dem selben Anstiegsweg. Auf der Tafel wird die Runde mit ca. 6,5 – 7,5 Stunden reiner Gehzeit angegeben. Da ich aber auch schauen, Seele baumeln lassen, fotografieren und essen werde, wird es wohl ein wenig länger dauern.

Am Vortag hat es noch geregnet und jetzt kommt den Anstiegsweg ein munteres Bächlein herab.

Nach der ersten Steilstufe durch Wald und Wiesen, öffnet sich bei der Unterrieden der Taleinschnitt. Rechts der Kamm, der überschritten werden will.

Immer den Riedenbach entlang erreiche ich das Jagdhaus Oberrieden. Ehemals auch eine Alm.

Der Weg ist stellenweise schlecht erkennbar bzw. stark zugewachsen. Im Winter sind hier mehr Gipfelaspiranten unterwegs.

Hier sieht man schon die Seekoppe – unterhalt der Seekoppe liegen die Riednerseen.

Ein prächtiger, gar nicht kleiner See zeigt sich – mit wenigen Besucherspuren im Uferbereich.

Dieser See wäre schon an sich ein lohnenswertes Ziel für eine Tageswanderung.

Eine Geländestufe darüber befindet sich der zweite See. Länglicher und etwas kleiner und auch mit einer anderen Farbgebung.

Im Aufstieg zur Seekoppe Rückblick zum See und gleich dahinter der Riednerzinken mit 1846 m.

Wie so oft, fallen mir in der Mittagshitze die letzten Meter zum Gipfel schon schwer.

Aber man kann ja stehen bleiben und den Weiterweg begutachten. Der Hochgrößen zeigt sich schon in seiner ganzen Mächtigkeit.

Obligatorisch und unverzichtbar: das Gipfelfoto Seekoppe (2150 m)

Dieses Bild in drei Ebenen: Ganz vorne der Kamm mit dem Riednerzinken. In der Mitte der Hochschwung (2196 m), ein herrlicher Skitourenberg und auch im Sommer einen Besuch wert. Dahinter der Gr. Bösenstein, Gr. Hengst, Dreisteckengrat, Sonntagskarspitze, Hochhaide, Stein am Mandl.

Der Hochrettelstein (2220 m) ist von der Seekoppe leicht zu erreichen. Ich liebe diese, in alle denkbare Grüntöne getauchten Berge der Niederen Tauern.

Hier sieht man den Grimming und vorgelagert das Mölbegg (2080 m). Leichtester Zugang zum Mölbegg natürlich über Donnersbachwald. Durch die Bewölkung ist die Sicht in das Tote Gebirge (Mölbingkamm, Warscheneck usw.) leider nur sehr eingeschränkt möglich.

Nach nicht allzulanger Rast heißt es Abschied nehmen, denn der Weiterweg hat es noch in sich.

Beim Tiefblick kann man auch noch die vielen kleinen anderen Seelacken erkennen.

Der Weiterweg zeigt sich fast in seiner ganzen Länge. Nur der etwas schwierige Abstieg nach Oppenberg ist nicht einsehbar.

Rückblick auf Hochrettelstein und Seekoppe.

Hier kann man sehr gut den oberen Teil des Anstiegweges bis zum ersten See einsehen.

Dieses Bild zeigt den mittleren Teil des Weges zur Seekoppe.

Wieder ein Rückblick – weil es einfach so schön ist.

Mit dem Abstieg zum Riednertörl (1935 m) erreicht man den tiefsten Punkt am Weg zum Hochgrößen.

Ganz rechts erkennt man den Hochrettelstein und links die Seekoppe. Ich komme gut voran und der Weg ist das reinste Vergnügen.

Nach einem kurzen grasigen Anstieg, erreiche ich den Hochgrößen (2115 m). Es gibt zwar kein Gipfelkreuz, aber ein Gipfelbuch.

Blick zurück – schön langsam werden die ca. 22 km sichtbar, die es zu absolvieren gilt. Nur wenige Meter weiter gibt es eine Höhenkote mit 2122 m. Nur im Buch „Bergtourenparadies Steiermark“ von Günter u. Luise Auferbauer fand ich einen Namen zu dieser Erhebung: Riedner Koppe. Ein weiterer Gipfel wird mit dem Steinkarseekopf (2060 m) über dem Steinkarsee in diesem Buch ausgewiesen.

Der Hochgrößen wird zunehmend steiniger. Man bewegt sich immer am Grat entlang und kann sich die Schau auf Markierungspunkte ersparen, da es hier keinen wirklichen Weg gibt. Tiefblick auf den Steinkarsee.

Immer den Grat entlang. Im 16. und 17. Jhdt. wurde am Hochgrößen Chromeisenstein, Kupfererze und Asbest abgebaut. Spuren davon kann man aber nicht mehr wahrnehmen.

Es beginnt ganz leicht zu regnen. Gewittergefahr gibt es keine. Ich gehe auf den Blosen (1724 m) zu. Dieser bewaldete Berg ist ein echter Aussichtsbalkon. Das kann man sich aus diesem Blickwinkel gar nicht vorstellen. Den Blosen habe ich dummerweise an einem Regentag vor wenigen Wochen erst bestiegen.

Der Besuch beim Steinkarsee im Tröschmitzboden vermittelt eine eigenartige fast „entrische“ Stimmung.

Auch hier ist nur ein wenig begangener Weg erkennbar, zwar gut markiert und nicht zu verfehlen, aber eben selten benutzt.

Seekoppe_0149

Ab der Tröschmitzjagdhütte beginnt der steile Abstieg nach Oppenberg. Sehr kompromisslos geht es fast in Falllinie nach unten.

Ein eher unordentlicher Jäger, der seinen Klodeckel nicht schließt.

An den Bildern ist die Steilheit des Geländes nicht ersichtlich.

Im Anstieg ca. 1315 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 21,4 km.

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Holl (2005): Niedere Tauern, AV-Führer, Bergverlag Rother, München.

Auferbauer (2000): Bergtourenparadies Steiermark: Alle 2000er vom Dachstein bis zur Koralpe, Verlag Styria, Graz.

Auferbauer (1987): Niedere Tauern, Verlag Stocker, Graz-Stuttgart.

Frischenschlager et al. (1996): Ennstal – Vom Dachstein bis zum Gesäuse, Wanderführer, Leopold Stocker Verlag, Graz.

Hödl (2008): Bergerlebnis Wölzer, Rottenmanner, Triebener
Tauern und Seckauer Alpen, Steirische Verlagsgesellschaft, Graz.

Mokrejs/Ostermayer (2009): Bergwander-Atlas Steiermark,
Schall Verlag, Alland.

Sodamin (2008): Schitouren Obersteiermark, Verlag Styria, Graz.


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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.