Knaudachkogel & Friends

Zu Fronleichnam finden die Gottesdienste in den Straßen der Städte und Dörfer statt. Unseren Gottesdienst feiern wir in den Karen und auf den Gipfeln der Triebener Tauern. Durch das Frattental zum Rauchauftörl und über den Kleinen Grießstein (2175 m) zum Knaudachtörl. Weiter den Nordgrat zum Knaudachkogel (2227 m) und  über das Mödringtörl zur Hochleitenspitze (2329 m) und weiter zum Gamskogel (2386 m). Abstieg durch das Gaalertörl und den Ochsenboden. Wirklich eine lange Messe…

Meine letzten Wanderungen habe ich alleine „begangen“, diesmal ist zu meiner großen Freude mein Freund Reinhard dabei.  Er ist ein großer Tauernkenner, kann aber für den Knaudachkogel „nur“ eine Winterbesteigung und für den Kleinen Grießstein gar keine  vorweisen! Ich war weder auf dem einen, noch auf dem anderen.

Wir parken unser Auto oberhalb der Franzlbauernhütte (1427 m) und gehen Richtung Triebenertörl los.

Den markierten Weg zum Triebenertörl verlassen wir ca. in der Mitte des feuchten, moosigen Frattentales in östlicher Richtung.

Am rechten Bildrand das Triebener Törl und sehr dominant, der Sonntagskogel (2229 m).

Wir steigen direkt auf den Kleinen Grießstein zu. Wir wollen ihn überschreiten. Vom Rauchauftörl (2020 m), das ist der Übergang zum Großen Grießstein, zum Knaudachtörl (2009 m).

Der Schnee bereitet überhaupt keine Probleme mehr. Wir kreuzen den 02er und steigen ohne Probleme auf.

Mit jedem gewonnenen Meter auf den Kleinen Grießstein, gibt es einen besseren Ausblick auf unseren Weiterweg. Wir wollen über den gezackten Nordgrat auf den Knaudachkogel weitergehen. Sehr viel Informationen dazu konnten wir weder in der Literatur noch im Internet finden. Diese Variante wird wohl selten gewählt.

Im Rauchauftörl findet sich sogar ein richtiger Pfad, der vom großen Bruder zum kleineren führt.

Mächtig wuchtet sich der Großen Grießstein (2337 m) in die Höhe.

Unser Ziel liegt diesmal 162 Meter niedriger, wir steigen immer den Grat entlang aufwärts.

Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Kleiner Grießstein (2175 m).

Nochmals Blick zum Großen.

Sonntagskogel (2229 m) und der eben erst von mir besuchte Geierkogel (2231 m).

Wie der Grat zum nächsten Ziel wirklich zu begehen ist, wissen wir nicht. Auch das steile Schneefeld links der Mitte am Knaudachkogel gefällt uns nicht. Aber sehr oft sind diese Gegebenheiten aus der Nähe betrachtet nur halb so wild.

Von links nach rechts: Mödringkogel (2142 m), Gamskogel (2386 m), Hochleitenspitze (2329 m), dahinter lugen der Lärchkogel (2258 m) und der Schleifkogel (2063 m) vor. Ganz rechts ist noch der Sonntagskogel (2229 m) zu erkennen. In der Bilmitte unser nächstes Ziel, der seltener bestiegene Knaudachkogel (2227 m).

Steil abwärts geht es einmal erdig und dann wieder felsig in das Knaudachtörl. Blauer als jeder Sommerhimmel blüht der Enzian.

Sogar ein fast in Wasser aufgelöstes „Törlbuch“ finden wir vor und tragen uns gewissenhaft ein.

Jetzt folgt der unbekannte Teil der Wanderung. Geringe Wegspuren sind vorhanden, und wenn es uns zu brüchig erscheint, weichen wir zumeist auf die rechte Seite aus.

Wir kommen gut voran. Bei Nässe ist diese Tour in den steilen, gelbbraunen Wiesenhängen sehr gefährlich.

Bekanntlich kann man mit Fotos die vorgefundene Steilheit nicht aufzeigen.

Rückblick über die bereits zurückgelegte Strecke.

Je näher wir der vermuteten Schlüsselstelle kommen, um so machbarer schaut es für uns aus, obwohl wir beide keine Kletterer sind und die Furchtlosigkeit anderen überlassen.

Auch hier gilt die Devise: Stolpern verboten!

Mit dem Queren der abschüssigen, rutschigen Schuttfelder, können wir den schwierigsten Wegteil hinter uns lassen. Wir brauchen aber schon Zeit dafür. So einfach darüberlaufen spielt es nicht.

Blick ins wassereiche Kar mit der alten Mödringalm und zur seltsamen Königin.

Rückschau zur eben überschrittenen Schuttrinne.

Als Überraschung finden wir dieses ungewöhnliche Gipfelzeichen auf diesem vermeintlich so selten bestiegenen Berg. Nicht allzuviele Besucher sind eingetragen, aber dafür oftmals der „Hausherr“.

Nach einer ausgiebigen, langen Rast, entschließen wir uns, zur Hochleitenspitze weiter zu wandern.

Gegenüber der Lärchkogel (2258 m), das Schleifeck (2048 m) und der Schleifkogel (2063 m).

Obligatorisch und unverzichtbar: Knaudachkogel (2227 m).

Tiefblick zum eben überschrittenen Drachenkamm. Im Hintergrund tummeln sich die Eisenerzer Alpen. Wie schon Buchenauer in ihrem Buch „Verliebt in die Heimat“ anmerkt, „…eine bergreiche, einsame Gegend, wie geschaffen um eigene Wege zu gehen“.

Der nur für mich so weite Weg zur Hochleitenspitze.

Gamskogel_119 (CC)Kaum zu glauben, dass der Knaudachkogel gerne im Winter besucht wird. Steil schaut er auch von dieser Seite aus.

Ein gelungenes Verlegenheitsfoto meiner Müdigkeit gedankt.

Mein Freund ist schon weit vor mir. Kein Wunder, er ist ja auch zehn Jahre älter.

Gipfelbild einmal relaxed…

…und einmal erleichtert! Hochleitenspitze (2329 m).

Im März 2010 war ich bei einer windigen Skitour schon einmal hier.

Jetzt will ich es aber wissen, und wir gehen zum Höchsten in den Triebener Tauern, dem Gamskogel (2386 m) weiter.

Gamskogel_142 (CC)Obligatorisch und unverzichtbar: Gipfelfoto Gamskogel (2386 m).

Im Hintergrund kann ich einen Gutteil unseres Weges einsehen.

Blick zu Pletzen (2345 m) und Sonntagkogel (2343 m), und rechts im Bild ist die Ochsenspitze (2116 m) noch zu sehen.

Ochsenspitze (2116 m), Kesseleck (2308 m), Glaneck (2262 m), Lahneck (2216 m)

Im Abstieg zum Gaaler Törl der Lärchkogel (2258 m) – ganz links habe ich den Amachkogel (2312 m) nicht ins Bild genommen.

Gamskogel_165 (CC)Durch diese ehrwürdige, altersweise Landschaft, führt uns der Weg zum Schluss dieser geglückten Bergtour, zur Zivilisation zurück.

Diese Wegfindung könnte ich auch Törlmarathon nennen: Triebenertörl (nicht ganz), Rauchauftörl, Knaudachtörl, Mödringertörl, Gaalertörl.

Wir sind in die späten Nachmittagsstunden gekommen. Die Sonne steht bereits tief und es wird immer schöner…

Gamskogel_175 (CC)„Auf den Hängen der sanfteren Gipfel aber zeigt sich ein goldenes Braun, eine herzbewegende Farbe. Braun-Moll, die Stimmung der Tauern. Das ist das echte Tauerngold“ (Buchenauer, 1975).

Eine neue Forststraße stiftet im Abstieg kurz Verwirrung. Aber mit untrüglichem Spürsinn (es gibt nur eine Möglichkeit bergabwärts) finden wir, von glucksenden Wassern begleitet, den Weg zurück.

Blick zurück.

Kurz vor dem Erreichen des Autos, bietet sich dieses Vulkanfoto vom Großen Grießstein an.

Im Anstieg ca. 1350 Hm und zurückgelegte Entfernung ca. 13,9 km.

Senf dazu? Sehr gerne!

blog@monsieurpeter.at

Meine Quellen

Ausschnitt aus Karte 4309, Österreich digital. ©Kartografie: Kompass-Karten GmbH, Lizenz-Nr.8-0512-ILB.

Auferbauer (2000): Bergtourenparadies Steiermark: Alle 2000er vom Dachstein bis zur Koralpe. Verlag Styria, Graz.

Buchenauer(1975): Verliebt in die Heimat. Leykam Verlag, Graz.

Holl (2005): Niedere Tauern. AV-Führer, Bergverlag Rother, München.

Jäckle (1926): Führer durch die Östlichen Niederen Tauern. Sektion Edelraute d. Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Wien.


Darf’s ein bisserl mehr sein?

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Besonders Umtriebige können auch noch im Tourenbuch und der Gipfelliste stöbern oder auf der Tourenkarte herum strawanzen.